16 Jahre für zwei Angeklagte
Hohe Haftstrafen in Turiner Asbest-Prozess
Ein aufsehenerregender Prozess - der Asbest- oder Eternit-Prozess - ist in Turin mit hohen Haftstrafen zu Ende gegangen. Die beiden angeklagten Industriellen wurden schuldig gesprochen. Der Prozess wurde 2009 begonnen. Opfer hatten vorher über zwanzig Jahre versucht, ihre Klage einzubringen.
8. April 2017, 21:58
Abendjournal, 13.02.2012
Aus Italien,
Der Prozess gegen zwei ehemalige Top-Manager des Baustoffunternehmens Eternit wegen mehr als 2.800 asbestbedingter Krankheits- und Todesfälle in Turin ist am Montag nach mehr als zwei Jahren zu Ende gegangen. Der Schweizer Milliardär und ehemalige Eternit-Chef Stephan Schmidheiny und der belgische Manager Jean-Louis de Cartier wurden zu jeweils 16 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte 20 Jahre Haft gefordert.
Der Eternit-Prozess hatte am 10. Dezember 2009 begonnen. Schmidheiny und de Cartier, laut Anklage ehemals Verantwortliche für vier Asbest-Fabriken der Eternit S.p.A. Genua, wurde vorgeworfen, zwischen 1973 und 1986 Sicherheitsmaßnahmen unterlassen zu haben. Deswegen seien sie für den Tod von 2.056 Personen und die Erkrankung weiterer 833 Menschen in italienischen Eternit-Fabriken und deren Umgebung verantwortlich. Angeklagt war fahrlässige Tötung. (Text: APA, Red)
