Gespräch mit Juliane Alton

Künstler unter der Armutsgrenze

Wovon leben freischaffende Künstler? Böse Stimmen behaupten ja immer wieder, dass "Künstler nur Schmarotzer wären, die am Subventionstropf hängen". Die solches sagen vergessen aber, dass etwa auch der Staatsoperndirektor oder die Stars des Burgtheaters zur Gänze mit öffentlichen Kulturgeldern bezahlt werden.

Ein anderes Reizwort der jüngeren Vergangenheit ist die "Künstlersozialversicherung". Das entsprechende Gesetz dazu soll - und das nicht zum ersten Mal - nachgebessert werden. Morgen wird voraussichtlich eine Gesetzesnovelle beschlossen - mit den Stimmen aller Parlamentsparteien außer den Grünen. Ein Punkt in der Novelle wird von Künstlervereinigungen durchaus begrüßt: die sogenannte "Pensionsklausel" fällt. Nicht länger sollen also Bezieher etwa einer Waisenpension von den Zuschüssen ausgeschlossen bleiben.

Gegen eine andere Änderung wehren sich die Künstlerverbände dagegen heftig: Die Geldsumme im Fond soll schrittweise schrumpfen, weil die Kabelnetz- und Satellitenbetreiber, die ja künstlerischen Content nutzen, in Zukunft weniger einzahlen müssen.

Soll Kulturpolitik aber überhaupt Sozialpolitik sein? Sprich: Ließe sich die soziale Lage der Künstler nicht auch anders verbessern als nur über Ausgleichszahlungen? Eine Expertin, was dieses Thema angeht, ist Juliane Alton. Sie war bis 2010 Obfrau der IG Kultur Österreich und übt dieses Amt jetzt in ihrer Heimat Vorarlberg aus.