ÖVP-Landesrat Waldner "Im Journal zu Gast"
Der künftige ÖVP-Landesrat in Kärnten und Noch-Staatssekretär im Außenamt, Wolfgang Waldner hofft, dass die ÖVP bei der vorzeitigen Landtagswahl mit den neuen Köpfen punkten kann. Eine Koalition mit der FPK will Waldner im Ö1-Interview "Im Journal zu Gast" nicht ausschließen.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 25.08.2012
Persönliche Entscheidung
Es ranken sich viele Spekulationen über die Gründe von Wolfgang Waldners Wechsel nach Kärnten. Waldner entgegnet diesen: "Die Entscheidung war eine ganz Persönliche. Das Angebot habe ich im Urlaub vor drei Wochen von Kärntner ÖVP-Chef Gabriel Obernosterer bekommen. Er hat mich überzeugt, dass das die richtige Entscheidung für die ÖVP ist. Und dass ich wirklich einen Beitrag leisten kann zur Gestaltung meines Heimatbundeslandes."
Erst dann habe sich der Noch-Staatssekretär der Problematik gestellt, Vizekanzler und Außenminister Spindelegger (ÖVP) darüber zu informieren. Mit ihm habe es einen Diskussionsprozess gegeben, sagt Waldner: "Er war zunächst gar nicht froh, dass ich nach ein und halb Jahren, wo ich mich so richtig eingearbeitet habe und eine große Stütze für ihn war, gehe. Aber er hat dann gesehen, dass das Ganze für die ÖVP und für das gesamte Spektrum gut ist und hat zugestimmt." Offen lässt Waldner, ob Obernosterer oder er ÖVP-Spitzenkandidat in Kärnten werde.
Neubeginn für Kärnten
Ob die ÖVP den Neubeginn in Kärnten mitgestalten werden könne, beantwortet Waldner folgendermaßen: "Das hängt davon ab, ob es uns gelingt, die Wähler vor der Wahl davon zu überzeugen, dass hier ein klarer Schnitt gemacht worden ist. Wir gehen davon aus, dass wir in die Landesregierung kommen und dass wir mitgestalten können." Man habe in der ÖVP all jene, die nur in die Nähe von Korruptionsfällen gekommen seien, von diesen Positionen entfernt, so der künftige ÖVP-Landesrat. Man habe den Schritt gewagt und sei ein großes Risiko damit eingegangen, sagt Waldner: "Wir hoffen, dass die Wähler das anerkennen und sehen."
Auf die Frage, ob sich die ÖVP auch Personaländerungen bei der FPK wünsche, gibt der künftige ÖVP-Landesrat zu verstehen: "Ich möchte keine Partei und keinen Namen kommentieren, aber in der Landesregierung gibt es vier Personen, die in irgendeiner Form im Zentrum von Ermittlungen stehen. Das alleine ist ein Grund, um sich zu überlegen, ob man da nicht was ändern kann."
"Will mich nicht festlegen"
Hartnäckig bleibt Waldner beim Thema Koalition. Er möchte sich nicht auf irgendeine Partei oder auf irgendeine Person festlegen, so der künftige Landesrat. Seine Visionen für Kärnten sind jedoch sicher: "Ich stehe für ein modernes Land, eine tolerante Situation, demokratische Entwicklungen und für die Einbeziehung aller fortschrittlichen Kräfte bei der Gestaltung dieses Landes. Ich würde auf alle zugehen, die ernsthaft bemüht sind, das Land voranzutreiben und positiv zu verändern." Ob diese Visionen mit Landeshauptmann Dörfler (FPK) zu realisieren möglich seien, lässt Waldner offen.
Kultur soll stärkere Rolle spielen
Ein weiteres wichtiges Thema im Ö1 Interview mit Wolfgang Waldner: "Ich habe Jahrzehntelang mit der Kultur zu tun gehabt. Ich werde mich für die Kulturschaffenden in dem Land aussprechen. Die Rolle der Kultur in der Kärntner Gesellschaft wurde von den politisch Verantwortlichen nicht ausreichend gewürdigt. Ich möchte, dass Kultur eine stärkere Rolle spielt." Vor allem verwundert zeigt sich Waldner darüber, dass Klagenfurt bis jetzt keine eigene Stadtbibliothek hat: "Ich werde bei Gelegenheit das Gespräch mit der Stadt-FPK führen und versuchen zu ergründen, warum das so ist."
