Österreichs Filmemacher fordern mehr Geld

Mit einem „Offenen Brief an Bundeskanzler Faymann und Bundesministerin Claudia Schmied“ hat sich die heimische Filmwirtschaft heute zu Wort gemeldet. Konkret geht es darin um eine im Arbeitsübereinkommen der Regierung vereinbarte Anhebung der Filmförderung, die noch nicht erfolgt ist.

Mittagsjournal, 2.10.2012

"Angestrebt wird die Anhebung des Bundesbeitrags für das österreichische Filminstitut auf 20 Millionen Euro". Ein Zitat aus der Regierungserklärung, doch derzeit erhält das vom Bund finanzierte Österreichische Filminstitut (ÖFI) nur 16,5 Millionen.

Der fehlende Betrag sowie fünf Millionen speziell für die Nachwuchsförderung, sollen bei den anstehenden Budgetverhandlungen, so die Forderung der Filmwirtschaft, endlich eingelöst werden, Gerade der österreichische Film hat in den letzten Jahren zahlreiche Festivalerfolge und Preise bekommen hat, wie Ulrich Seidl zuletzt in Venedig, oder Michael Haneke heuer in Cannes.

Finanzielle Augenhöhe gefragt

Der sich eben im Ausland deutlich bemerkbar gemacht hat. Immer wieder klopfen internationale Produzenten an die Türen der heimischen Filmwirtschaft, sind an Koproduktionen interessiert. Michael Hanekes Film "Amour" wurde etwa zu 70 Prozent mit französischem, mit 20 Prozent deutschem und nur 10 Prozent österreichischem Geld finanziert.

Interesse, gut und schön, doch man müsse ausländischen Geldgebern, meint Veit Heiduschka - der heimische Produzent von Michael Haneke - auch finanziell einigermaßen auf Augenhöhe begegnen können: "Das ist wie in der Formel 1, wer als Fahrer kein Geld mitbringt, kann auch nicht im Auto Platz nehmen."

Geht nicht nur um Geld

Dabei müsse man auch die Umwegrentabilität des Filmsektors, sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen bedenken, eine längerfristig Sicherung sei notwendig, denn Kontinuität erhöhe auch in Zukunft die Erfolgsquote.

Doch es geht nicht nur ums Geld, die Filmemacher sehen auch ein Defizit in der öffentlichen Wahrnehmung des österreichischen Films, wie Regisseur Ulrich Seidl betont: "Da muss noch viel an medialer und pädagogischer Arbeit passieren, damit der heimische film tatsächlich das Bewußtsein erlangt, das er verdient."

Nicht noch einmal verhandeln

Dass man nun auf die Umsetzung der 20 Millionen Euro Fördergeld im Regierungseinkommen drängt, liegt auf der Hand, will man doch nach der nächsten Wahl nicht wieder von vorne mit den Verhandlungen, also bei den derzeitigen 16,5 Millionen beginnen.

Und auch vor einem möglicherweise falschem Eindruck will Schauspieler Nicolas Ofczarek ausdrücklich warnen: "Bei allen Erfolgen scheint der Eindruck zu entstehen, dass es auch ohne weitere Erhöhungen geht, aber das ist natürlich absoluter Schwachsinn."