KfV fordert strenge Strafen für Gurtverweigerer
Bei Unfällen auf Autobahnen sind heuer bereits 55 Menschen getötet worden. Jedes siebente Opfer war nicht angeschnallt, ergab eine Untersuchung der ASFINAG. Damit sich wieder mehr Autolenker angurten, fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit strengere Strafen und dass das Gurtverweigern ein Vormerkdelikt im Führerscheinregister werden soll.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 17.10.2012
Hohe Strafen für "Vorsatztäter"
88 Prozent der Autolenker schnallen sich regelmäßig an, die anderen halten sich nicht an die Gurtenpflicht, sagt Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Er fordert strengere Strafen: "Diese 12 Prozent sind notorische Wiederholungstäter und bei denen fruchtet nichts mehr, keine Kampagne, keine Sensibilisierung. Die machen das vorsätzlich und denen kann man nur beikommen mit höheren Strafen und Eintragungen ins Führerscheinregister."
Airbag allein reicht nicht
Wenn sich jeder, der in einem Auto sitzt, auch anschnallt, dann bedeutet das 80 Tote weniger auf Österreichs Straßen pro Jahr, hat das KfV errechnet. Auch die bessere Technik bedeutet nicht gleichzeitig mehr Sicherheit. Viele Autolenker kommen mit der Ausrede, dass sie ohnehin einen Airbag haben und damit sicher unterwegs seien. Ein Irrtum, so Thann: "Der Airbag schützt nur vor den Verletzungen, aber er ist kein Rückhaltesystem."
"Bomben" auf dem Rücksitz
Noch schlechter ist die Gurtenanschnallquote auf den Rücksitzen: Jeder dritte ist nicht angegurtet. Da will Thann noch nicht strafen, er sieht noch Potential, Bewusstsein zu schaffen. Die Passagiere auf der Rückbank würden "zu Bomben, die nicht nur sich selbst töten, sondern auch den Vordermann, die Vorderfrau."
Die ASFINAG, die die aktuellen Unfallzahlen erhoben hat, kann sich vorstellen, mit Plakaten für mehr Bewusstsein zu werben, sagt Vorstand Alois Schedl. Wie so oft, wenn es um Verkehrssicherheit geht, sind auch hier die Frauen die Vorsichtigeren. Die Mehrheit der Gurtenmuffel ist männlich, heißt es beim KfV.
