Lyrik Live im KlangTheater - 2012

Mit so viel geballtem kreativen Potenzial hatte niemand gerechnet: Vom Slam bis zum Chorgesang, vom Haiku bis zum Dialektgedicht, vom besinnlichen lyrischen Vortrag bis zum dramatischen Slapstick. Ö1 rief, und die Lyrikerinnen und Lyriker des Landes sandten ihre Beiträge.

Die Wahl fiel schwer, denn das Vorhaben, mit diesem Preis auch neue Autor/innengruppen zu erschließen, wurde mehr als erfüllt. Es waren nicht nur bekannte Namen aus der Slammer- oder WordArt-Szene unter den Einsender/innen, sondern auch viele unbekannte Autor/innen, die den Begriff der Lyrik einfallsreich erweiterten und ergänzten.

Eine Fachjury kürte aus den lyrischen Kostproben vier Siegerinnen und Sieger. Jetzt steht auch der von den Ö1 Hörerinnen und Hörern per Internet-Voting ermittelte fünfte Preisträger fest.

Sie waren am Wort

Mehr als 350 Teilnehmer/innen haben bis 13. Jänner ihre Stimme abgegeben. Alle Abstimmenden konnten nur einmal voten.

Und das ist das Ergebnis:

Service

Die Texte, Video- und Audiofiles sind über die roten Links abrufbar.

Die fünf ausgewählten Beiträge stellen nun die Eintrittskarten dar für fünf frei zu gestaltende Abende im ORF KlangTheater des RadioKulturhauses, die im Jahr 2013 stattfinden werden.

Den Anfang macht am 23. Jänner der Autor, Gitarrist und Performer Jörg Zemmler, der die Jury mit coolem Understatement und trockenem Humor überzeugte.

Weitere ex aequo gereihte Preisträger sind Angelika Flam, die gemeinsam mit Norbert Trawöger und Astrid Windner eine extrem eindringliche lyrische Soundcollage zum Thema Demenz einreichte; Thomas Havlik, der in seiner Lyrik mit den eigenen stimmlichen Möglichkeiten experimentiert und dabei vollen Körpereinsatz zeigt; sowie die "Ziertextphonofaktur Onophon", bestehend aus dem Sprechkünstlerduo Rainer Deutner & Werner Nowacek, das nicht nur mit Worten, sondern auch mit oralen Äußerungen wie Einatmen und Husten, Schlucken und Würgen spielt.

Schließlich gewann der originell gereimte Vortrag von Fritz Triendl und Robert Riegler über einen freigelassenen Papagei namens Lou das Online-Publikumsvoting mit deutlichem Abstand vor den anderen Einreichungen aus der engeren Jury-Auswahl.

Zusätzlich zu den fünf RadioKulturhaus-Abenden entstehen aus den Mitschnitten Sendungen für die Ö1 Lyrikreihe "Nachtbilder". Für die Ensembleleistung auf dem Podium des ORF KlangTheaters gibt es ein Preisgeld von 1000,- Euro, die im Programm von Ö1 gesendeten lyrischen Texte werden gesondert honoriert.