Franz West im mumok

Der Bildhauer Franz West, einer der weltweit bekanntesten Künstler Österreichs, ist im vergangenen Juli verstorben. Noch bis kurz vor seinem Tod arbeitete er am Konzept einer Ausstellung für das Museum Moderner Kunst Wien. Auch der Titel der Schau stammt noch von ihm: "Wo ist mein Achter".

Morgenjournal, 19.2.2013

  • Installation von Franz West

    Parrhesia, 2012

    (c) Franz West

  • Installation von Franz West

    Kasseler Rippchen, 1996

    (c) Franz West

  • Installation von Franz West

    Träumerei - Dreamy, 1997

    (c) Franz West

  • Installation von Franz West

    Genealogie des Ungreifbaren, 1997

    (c) Franz West, Generali Foundation

  • Franz West

    Franz West

    (c) Markus Rössle

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Eine hellblaue Riesenwurst windet sich plafondwärts zu einer Riesenschleife. Lemurenköpfe auf Stangen glotzen augenlos. Alles ist da, was man mit Franz West verbindet: die sperrig rauen Sitzmöbelskulpturen aus rostigem Baueisen. Und die "Passtücke", die West schon in den 1970er Jahren erfunden hat. Diese handlichen Objekte aus weißem Pappmaché in verschiedenen Formen sind eigentlich zum Benutzen durch Ausstellungsbesucher gedacht. Man kann sie sich an den Körper halten, und damit Bewegungen improvisieren.

Doch die Zeiten, als Ausstellungsbesucher mit den Passtücken hantieren durften, so wie Franz West sich das vorgestellt hat, die Zeiten sind längst vorbei. West wird dank seiner internationalen Karriere am Kunstmarkt derart hoch gehandelt, dass es bei fast allen Objekten erst recht wieder heißt: Bitte nicht berühren. Schon weil die Leihgeber für die Ausstellung das nicht zulassen würden. West selbst war dieses Dilemma bewusst. Er baute einmal für einige frühe Passstücke eine verglaste Kiste und nannte das Ganze: "Genealogie des Unberührbaren".

So begnügt man sich eben als Besucher mit Augenlust, etwa an den bemalten Collagen mit Fotos aus Pornomagazinen. Sarkasmus über die Welt, Ironie über die eigene Vergänglichkeit - und Materialien, an denen Erinnerungen hängen. Das MUMOK zeigt auch eine der Installationen, für die Franz West Bodenbretter aus einem alten Atelier verwendet hat.

An manchen Franz-West-Installationen waren Künstlerkollegen wie Heimo Zobernig beteiligt. Aus seinen und ihren Arbeiten hat West vor seinem Tod noch selbst einen vieldeutigen Remix für diese Ausstellung gemacht.

Die Franz-West-Ausstellung ist bis 26. Mai zu sehen und geht anschließend ans Museum Moderner Kunst Frankfurt.

Service

Ö1 Club-Mitglieder bekommen im mumok ermäßigten Eintritt (20 Prozent).

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