Metamorphosis!

Vielen MusikerInnen ist ihre Intelligenz schon zum Verhängnis geworden; sie sind also gescheit gescheitert. Schließlich ist in gnadenlosen Klassikwelt alles gefragt, nur keine Nachdenklichkeit, es sei denn als Pose für Sternschnuppen. ("… kann abseits des Glanzes der Podien auch ganz schön nachdenklich sein…", oweh)
Nun gibt es aber MusikerInnen, die – fast ganz abseits jeglichen Rampenlichtes – wundervolle Platten machen, deren Qualitäten eben auch Intelligenz beinhalten

Dass dabei die Leidenschaft nicht nur nicht zu kurz kommt, sondern erst richtig angefacht werden kann, hört man ohnehin sofort; wenn man überhaupt auf solche Aufnahmen stößt.

Angelika Nebel, Professorin in Düsseldorf, hat nun schon die zweite CD mit Bach-Transkriptionen vorgelegt. Bedacht, wohl auch achtsam, weich und warm, dann wieder sehr hell, und bisweilen mit der nötigen Strenge erklingen Versionen Bach´scher Orgelwerke und Kammermusik, arrangiert von bekannten Kollegen wie Raulph Vaughan Williams oder fast Vergessenen wie Walter Braunfels.

Bach, gesehen durch die Brille späterer Komponisten also, und gewissermassen durch eine dritte Person interpretiert: Sie, Angelika Nebel, brennt kein kurzfristiges Virtuosen-Feuerwerk ab, sondern hält die Musik beständig am Leuchten.

Metamorphosis. Angelika Nebel. Hänssler classics

Albert Hosp, 06.06.2013