Die perfekte Tonaufnahme

Wir kommen diesmal schwer beladen in das Papageienheim der ARGE Papageienschutz. Unser Tonmeister Martin Leitner, auch ein leidenschaftlicher Hobby-Ornithologe begleitet uns, um die vielfältigen Laute der Papageien in guter Tonqualität einzufangen.

  • Susanna Niedermayr

    Susanna Niedermayr und Martin Leitner im Gespräch mit Papageienheim-Leiterin Catarina Güttner, im Hintergrund Norbert Math.

    (c) Martin Breindl

  • 2 Papageien

    Martin Leitner platziert die Mikrophone, dabei bekommt er Hilfe von...

    (c) Martin Breindl

  • Frau

    Catarina Güttner.

    (c) Martin Breindl

  • 2 Männer

    Norbert Math und Martin Leitner konzentriert auf die Aufnahme, im Vordergrund Marion Weninger.

    (c) Martin Breindl

  • Papagei

    Kakadu Felix fordert lautstark unsere Aufmerksamkeit ein...

    (c) Martin Breindl

  • 2 Papageien

    und...

    (c) Martin Breindl

  • 2 Papageien

    krallt sich schließlich das Mikrophon. Neugierig nähert sich im Hintergrund Viko.

    (c) Martin Breindl

  • 2 Papageien

    Großes Technikaufgebot auch bei der Gruppe der flugunfähigen Papageien.

    (c) Martin Breindl

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Er hat mehrere Mikrophone mitgebracht: zwei hochwertige Studio Kondensatormikrophone in Kugelcharakteristik, ein Stereomikrophon in MS-Technik (Mitte- und Seitensignal) und zwei besonders unempfindliche Bühnenmikrophone.

Probleme mit der Wissenschaftsgruppe

Näher kennengelernt haben wir bislang die Papageien der sogenannten Wissenschaftsgruppe, deren besonders interessiertes und neugieriges Verhalten bereits von zahlreichen angehenden Biologinnen und Biologen studiert wurde. Hier gibt es aber heute ein Problem. Die Blaustirnamazone Hanni mag nämlich keine Männer. Martin Leitner kann die Voliere also nicht betreten, um dort die Mikrophone zu platzieren. "Es gibt aber auch Papageien, die Männer bevorzugen", erklärt die Papageienheim-Leiterin Catarina Güttner. "Das kommt ganz auf die Erfahrungen an, die die Vögel in ihrem bisherigen Leben mit Männern und Frauen gemacht haben. Es gibt auch Papageien, die bestimmte Haarfarben bevorzugen."

Mick-Jagger-Mikro für Felix

Heute probieren wir es zuerst bei der sogenannten Fernsehgruppe, also mit jenen Papageien, die – wie die Erfahrung gezeigt hat – brav sitzen bleiben, wenn die Kamera auf sie gerichtet ist. An diesem Montagnachmittag ist die Fernsehgruppe aber nicht sehr gesprächig. Äußerst lautstark macht dafür Felix, ein Kakadu in der Voliere gegenüber, auf sich aufmerksam. Martin Leitner ist sogleich mit dem passenden Mikrophon zur Stelle:

Felix ist eine Handaufzucht, erklärt Catarina Güttner, also ein Papagei, der von einem Menschen anstatt, wie es sein sollte, von seiner Papageien-Mutter großgezogen wurde, weshalb er nun besonders viel menschliche Aufmerksamkeit braucht.

Und so hört sie sich also an, die Klangwelt der Papageien, mit optimaler technischer Ausrüstung aufgenommen von unserem Tonmeister Martin Leitner:

Das Kommunikationsverhalten der Papageien

Bevor es wieder zurück ins Funkhaus geht, entspinnt sich im Büro der ARGE Papageienschutz noch ein kleiner Dialog über das Kommunikationsverhalten der Papageien. Papageien sind Schwarmvögel, sie sind sehr sozial und damit auch sehr kommunikativ, erfahren wir von Catarina Güttner. Was genau die verschiedenen Pfiffe bedeuten, sei aber schwer zu interpretieren. Anhaltspunkte könne hier die Körpersprache liefern. Besonders gut sind Papageien im Nachahmen, das würden sie übrigens auch in freier Wildbahn tun.

"In Gefangenschaft imitieren Papageien die menschliche Sprache, um den Menschen näher zu kommen", so Güttner. "Das ist wie in einer zweisprachigen Beziehung. Das Bemerkenswerte ist, dass die Vögel dabei auch assoziieren können. Sie wissen, dass auf ein bestimmtes Wort eine bestimmte Reaktion folgt. Deswegen werden Papageien in der Wissenschaft auf das gleiche Intelligenzniveau wie Schimpansen oder vierjährige Kinder gestellt."

Material zur weiteren Verarbeitung

Was mit den Tonaufnahmen nun passieren wird, frage ich zum Abschluss Norbert Math und Andrea Sodomka. Zwei Aspekte würden sie nun im Speziellen interessieren, so Math. "Zum einen die einzelnen Laute, Lautsequenzen und nachgeahmten Wörter, - diese möchten wir, vielleicht auch modifiziert, in unsere Klanginstallationen einbauen. Wenn die Vögel mit Lauten arbeiten können, die ihnen vertraut sind, dann werden sie auch lieber mit den Klanginstallationen spielen, denken wir. Es hat keinen Sinn, etwa Klavier-, Gitarren- oder andere Klänge zu verwenden, die mit der Vogelwelt überhaupt nichts zu tun haben." Außerdem würden ihnen die Aufnahmen dabei helfen, sich in die Klangwelt der Vögel hineinzudenken.

Und sie hätten heute auch ein paar sehr interessante Beobachtungen machen können, ergänzt Andrea Sodomka. "Also die Spiele mit den Blechschüsseln, oder wenn sie mit dem Schnabel gegen die Scheiben klopfen, das ist ja traumhaft! Wie die Papageien eben Dinge verwenden, um damit Krach zu machen. Das ist sehr inspirierend für uns!"

Gestaltung

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