Barbis Ruder, Performance

Barbis Ruder, geboren 1984 in Heidelberg, arbeitet in den Bereichen Performance, Skulptur, Video, Musik und Tanz. In ihren Arbeiten ist das Thema des Körpers im Spannungsfeld von Wert und Bewertung zentral und wird durch Sinnlichkeit und Emotionalität sichtbar und erlebbar gemacht.

Was ist Kunst?

Man steht zu den eigenen Superpowers, und addiert ziemlich viel Rock’n’Roll und eine Prise Magie.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ursprünglich wollte ich Musik studieren. Nach einigen Praktika im Kulturbereich habe ich ein Kulturzentrum mitgeleitet und Kulturmanagement studiert. Nach dem Studienabschluss wurden mir nur unbezahlte Praktika angeboten, worauf ich dachte, da kann ich genau so gut Künstlerin werden. Also habe ich die Seiten gewechselt.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Können = Superpowers finden, dazu stehen und fördern
Müssen = Magische Kräfte freischalten
Wollen = damit Rock’n’Roll machen. Komme was wolle.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Ich würde gerne mit meiner Pole-Dance Performance in Europa und Amerika touren. Am besten mit einer größeren Truppe, Roadies und Tourbus!

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich arbeite bereits mit tollen Teams und Kolleg/innen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Die Zusammensetzung ergibt sich aus dem jeweiligen Projekt. Als Mentorinnen würde ich mir Amanda Palmer, Roisin Murphy, Laurie Anderson und Andrea Fraser aussuchen.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Selbstvermarktung/Selbstinszenierung und ein gewisses Geschick ist, wenn man heute als KünstlerIn "unabhängig" arbeiten können möchte, unabdingbar. Es hilft auch, mehrere Standbeine zu haben.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Der Markt glaubt, dass Performance aus dem Nichts erschaffen wird, entsprechend einfach herzustellen ist und deshalb natürlich nichts wert ist. Was bedeuten die Ressourcen Mensch + Idee + Arbeit, wenn es sich beim Ergebnis nicht um etwas Physisches sondern um etwas Erlebbares handelt? Für den Markt leider sehr wenig.

Meines Erachtens ist Performance die direkteste und intensivste Kunstform, welche man nie so richtig speichern, vervielfältigen und restaurieren kann. Es gibt nichts, was so sehr im Hier und Jetzt ist und damit kann man natürlich auch dem Markt eine Finte schlagen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Wenn es nicht um Lebenserhaltung geht, für Equipment, Material und Workshops.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Einen Business-Master und einen Doktortitel halte ich für angebracht.

Haben Sie einen Plan B?

Aktuell bin ich bei Plan C.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Für meine letzte Performance (2F - Attacke) ließ ich unseren Kunsttransporter im Schritttempo den Ring entlangfahren. Wir waren ca. drei Stunden lang in der brütenden Hitze unterwegs und haben sicherlich viele Autofahrer verärgert.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich hoffe mehr Menschen finden einen Weg, zu ihren eigenen Superpowers zu stehen und Rock’n’Roll zu machen!

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