Geld und Gier

Zunehmend setzt sich die Kunst mit der Finanzkrise auseinander. Der Kultursender Ö1 hat sich zum Ziel gesetzt, mit einem Literaturwettbewerb unter dem Motto "Geld und Gier" einen Beitrag zu leisten. Nun stehen die neun Gewinner fest.

Hand, die Papier zerknüllt

Bis zum Einsendeschluss am 30. Juni erreichten mehr als 400 Beiträge die Ö1 Literaturredaktion, von denen etwa 350 den Vorgaben der Ausschreibung entsprachen. Eine Vorjury filterte daraus die 22 besten Texte. Ende August trat die Hauptjury zusammen, die aus dieser Shortlist die neun Siegerinnen und Sieger kürte.

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Spätestens seit September 2008 steht die gesamte Welt im Zeichen der sogenannten Finanzkrise. Banken kollabieren und müssen mit Steuergeldern gerettet werden, kritische Bürgerbewegungen entstehen, weltweit formiert sich Protest. "Geld und Gier" war deshalb das Motto eines Literaturwettbewerbs, den Ö1 gemeinsam mit dem Wiener Städtischen Versicherungsverein ausschrieb.

Die Jury

Die Jurorinnen und Juroren waren: Ö1 Chef Peter Klein, die Ö1 Literaturredakteurinnen Edith-Ulla Gasser, Julia Schlager und Julia Zarbach, der ORF Betriebsrat und Staatspreisträger für Literaturkritik Gerhard Moser, sowie Barbara Grötschnig vom Wiener Städtischen Versicherungsverein.

Zwei Menschen applaudieren

Barbara Grötschnig, Leiterin Group Sponsoring und Vorstandsdirektor Rudolf Ertl des Wiener Städtischen Versicherungsvereins gratulieren den Gewinner/innen.

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Die Gewinner/innen

Harald Darer reflektiert in seiner Erzählung "Zom_Be" die digitale Medienwelt zwischen News und Werbebotschaften.

Harald Darer, geboren 1975 in Mürzzuschlag, veröffentlicht seit 2005 in Literaturzeitschriften und Anthologien. Zuletzt erschien sein Roman "Herzkörper" im Picus-Verlag.

Harald Darer

Harald Darer

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Harald Darer

"Zom_Be"

Im Text "So weit sind wir noch nicht" von Irmgard Fuchs kann ein Mittelstands-Ehepaar seine Wohnungsmiete nicht mehr bezahlen und erkennt, nun auch selbst zu den Verlierern zu gehören.

Demnächst erscheint das Prosadebüt der 1984 geborenen Autorin "Wir zerschneiden die Schwerkraft" in der neuen Literaturreihe des Verlages Kremayr und Scheriau.

Irmgard Fuchs

Irmgard Fuchs

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Irmgard Fuchs

"So weit sind wir noch nicht"

Susanne Gregors "Riesin" ist eine Frau in einem prekärem Arbeitsverhältnis, die der Versuchung nicht widerstehen kann, für Sex Geld anzunehmen.

Gregor wurde 1981 in Zilina, Slowakei geboren, sie zog 1990 nach Oberösterreich. Ihr Debütroman "Kein eigener Ort" erschien 2011 im Exil-Verlag, der zweite Roman "Territorien" erscheint dieser Tage beim Literaturverlag Droschl.

Susanne Gregor

Susanne Gregor

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Susanne Gregor

"Riesin"

In Nadine Kegeles "Kondor" wird die Welt der Markt- und Firmenoptimierer und deren zynische Werthaltung persifliert.

Nach dem Erzählband "Annalieder" lieferte die 1980 in Bludenz geborene Autorin ihr Romandebüt 2014 mit "Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause" (Czernin Verlag).

Nadine Kegele

Nadine Kegele

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Nadine Kegele

"Kondor"

"Meine Mutter kauft sich einen Strand" von Gabriele Kögl stellt die Frage nach dem richtigen Maß materieller Dinge im Alltagsleben.

Gabriele Kögl, geboren 1960 in Graz, verfasst Romane, Theaterstücke und Drehbücher. Zuletzt erschein ihr Buch "Auf Fett Sieben" im Wallstein-Verlag.

Gabriele Kögl

Gabriele Kögl

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Gabriele Kögl

"Meine Mutter kauft sich einen Strand"

In Wolfgang Mörths Erzählung "Die Jäger der Friedensbrücke" gerät ein Lotto-Jackpot-Gewinner auf Abwege.

Mörth ist Autor von Theatertexten, Erzählungen und Essays und Herausgeber verschiedener Anthologien. Für seine literarische Arbeit wurde er zuletzt mit dem Heidelberger Theaterpreis ausgezeichnet.

Wolfgang Mörth

"Die Jäger der Friedensbrücke"

In Silvia Pistotnigs Text "Hunger" geben eine Bulimikerin und eine Übergewichtige gemeinsam ihr ganzes Geld für Essen aus.

Pistotnig, geboren 1977 in Klagenfurt, wurde mehrfach mit dem Arbeitsstipendium für Literatur des Bundesministeriums für Kunst und Kultur ausgezeichnet. Ihr Debütroman "Nachricht von Niemand" ist 2010 im Skarabaeus-Verlag erschienen.

Silvia Pistotnig

Silvia Pistotnig

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Silvia Pistotnig

"Hunger"

Angelika Stallhofer lässt in "Portrait of the artist as a young woman oder unverschämte Sklaven in 11 Kapiteln" eine Künstlerin die Frage nach der Freiheit in einer marktorientierten Welt erörtern.

Stallhofer, geboren 1983 in Villach, arbeitet derzeit an ihrem Debütroman. Seit 2012 zahlreiche Veröffentlichungen von Prosa und Lyrik in Literaturzeitschriften (Lichtungen, Podium, etcetera, Die Brücke) und Anthologien, zuletzt in "übergrenzen" im Septime Verlag.

Angelika Stallhofer

Angelika Stallhofer

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Angelika Stallhofer

"Portrait of the artist as a young woman oder unverschämte Sklaven in 11 Kapiteln"

Und in Robert Woelfls Text "Lebendes Geld" begleiten wir den Autor auf der Suche nach dem wahren Leben im falschen in ein Einkaufszentrum.

Robert Woelfl wurde 1965 in Villach geboren und lebt als freier Schriftsteller in Wien. Seit 2011 hat er an der Universität für angewandte Kunst am Institut für Sprachkunst einen Lehrauftrag für Szenisches Schreiben. Seit 2012 leitet er die Hörspieltage Neulengbach in Niederösterreich.

Robert Woelfl

Robert Woelfl

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Robert Woelfl

"Lebendes Geld"

Die Einleitungsworte bei der Präsentation im ORF Radiocafe sprach Ö1 Chef Peter Klein, durch den Abend führten Edith-Ulla Gasser und Julia Zarbach. Ö1 sendet die Siegertexte in besonders sorgfältig besetzten und produzierten Aufnahmen an den neun Sonntagen im Dezember und Jänner. Am 1. Dezember erscheint im Braumüller Literaturverlag die Anthologie "Geld und Gier. Die besten Texte aus dem Ö1 Literaturwettbewerb".

Service

Braumüller Literaturverlag - Geld und Gier