Wer kriegt was und warum?

In seinem unterhaltsam geschriebenen Buch "Wer kriegt was und warum?" erläutert Alvin Roth, wie man effiziente Märkte schafft, in denen nicht allein der Preis die Verteilung bestimmt. Auch für Nicht-Ökonomen sind die Überlegungen und Forschungen informativ und erstaunlich leicht zu lesen und werden durch die eingestreuten Allerweltsgeschichten sehr anschaulich.

Alvin Roth

Alvin Roth

AP/DARRYL BUSH

Kontext, 15.04.2014

Alvin Elliot Roth hat vor vier Jahren, gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Mathematiker Lloyd Shapley, den Wirtschafts-Nobelpreis bekommen. Die beiden Wissenschaftler hatten sich mit realen Märkten beschäftigt, bei denen nicht der Preis das entscheidende Auswahlkriterium ist, wie zum Beispiel der Heiratsmarkt. Lloyd Shapley rechnete Anfang der 70er Jahre aus, mit welchem Algorithmus eine stabile Ehe möglich ist.

Alvin Roth wiederum hat diesen Matching-Algorithmus später angewandt, um Schüler an öffentliche Schulen wie in New York und Boston ohne Wartelisten besser zu verteilen. Der Ökonom erkannte: Eigentlich geht es vor allem darum, unterschiedliche Interessen von unterschiedlichen Menschen so zusammenzubringen, dass die Märkte besser funktionieren. Gemeint sind keine Finanz- oder Rohstoffmärkte sondern die Vergabe von Studienplätzen, Kindergartenplätzen oder Arbeitsstellen.

"Market design" heißt diese junge Disziplin, die Alvin Roth in den 90er Jahren mitentwickelt hat. Der 64 Jahre alte Ökonom mit dem gewinnenden Lächeln ist längst einer der führenden Spezialisten für „Market-Design“. Er erforscht sogenannte Matching-Märkte, in denen nicht der Preis eine wesentliche Rolle spielt, sondern die unterschiedlichen Vorlieben der Marktteilnehmer.

Service

Alvin E. Roth, "Wer kriegt was und warum? Bildung, Jobs und Partnerwahl: Wie Märkte funktionieren", Siedler Verlag