Muttergehäuse

Vom großen Leidensdruck eines unerfüllten Kinderwunsches und den schroffen Hürden einer Adoption erzählt Gertraud Klemm in ihrem neuen Buch "Muttergehäuse". Mit eindringlicher Sprache bohrt sie an so manchen selbstverliebten Muttermythen und Tabus unserer Gesellschaft.

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Gertraud Klemm, "Muttergehäuse", Kremayr & Scheriau Verlag

Eine Art "genetischer Juckreiz" sei dieser Kinderwunsch, dieser Wunsch nach der kompletten Familie, schreibt Gertraud Klemm. Detailliert beschreibt sie, welche - teilweise erniedrigenden - Prozeduren sie und ihr Mann über sich ergehen lassen, um die Ursache der Dysfunktion herauszufinden. Mit den Methoden der Reproduktionsmedizin, inklusive deren marketingtechnischen Heilsversprechen, geht die Autorin hart ins Gericht.

Als Tagebuch hat Klemm diesen Roman vor einigen Jahren begonnen, um ihre eigene Geschichte zu begleiten. Nach der Adoption zweier Babys aus Afrika konnte sie das Thema wieder aufgreifen und die Fragmente zu einem äußerst poetischen Roman verdichten. In drei Teilen, die mit "Mutter", "Papier" und "Kind" betitelt sind, reduziert sie ihre Erfahrungen auf das Wesentliche. Dort, wo herkömmliche Beschreibungen nicht mehr ausreichen, übernehmen ihre Träume, die in dem aufwendig gestalteten Buch als Zwischentexte eingefügt sind.