Film ab unter freiem Himmel

Sie sind längst ein Fixpunkt in den Sommerkulturprogrammen: die zahlreichen Open-Air-Kinos quer durch Österreich. In Wien feiert heuer eine Institution rundes Jubiläum: Seit 20 Jahren lädt das "Kino unter Sternen" zu Kinoabenden unter freiem Himmel.

Kino unter Sternen, seitliche Ansicht

KINO UNTER STERNEN

Kulturjournal, 1.7.2016

Meist werden Highlights des vergangenen Kinojahres präsentiert: die Verfilmung von Christine Nöstlingers "Maikäfer flieg" findet sich da etwa ebenso oft in den Programmen wie Quentin Tarantinos "The Hateful 8". Einige Kinos, wie das Moviemento in Linz, bieten auch Premieren unter freiem Himmel - so ist etwa die in Cannes viel gelobte Komödie "Toni Erdmann" mit Peter Simonischek in der Hauptrolle noch vor dem regulären Kinostart auch im Freiluftprogramm am OK Platz zu sehen.

Service

Kino wie noch nie - 30. Juni bis 28. August 2016
Kino unter Sternen - 1. Juli bis 23. Juli 2016
dotdotdot - 5. Juli bis 26. August 2016
Caritas Sommerkino - 7. Juli bis 9. Juli 2016

Billy Wilder und Gebrüder Siodmak am Karlsplatz

Mit 20 Filmen aus 20 Jahren lädt das "Kino unter Sternen" am Wiener Karlsplatz zur runden Festivalausgabe. Eröffnet wird die Reihe mit Lisl Pongers Found-Footage-Film "Passagen" aus dem Jahr 1996. Damals bespielte das "Kino unter Sternen" noch mit internationalen Produktionen, vorwiegend made in Hollywood, den Wiener Augarten. Erst mit der Übersiedelung auf den Karlsplatz, wo das „Kino unter Sternen“ heuer zum bereits achten Mal stattfindet, verschrieb man sich ganz dem österreichischen Film.

Traditionell werden die Filme am Karlsplatz, begleitet von Diskussionen, Gesprächen mit Filmschaffenden und Vorprogrammen präsentiert und unter dem Titel "Menschen am Sonntag" wird heuer auch jene Programmschiene fortgesetzt, die Filmemachern gewidmet ist, die während des Nationalsozialismus ins Exil gezwungen wurden. Heuer mit prominenten Namen, wie etwa den Gebrüdern Siodmak, Edgar G. Ulmer oder einem gewissen Billy Wilder.

Qualtinger und die Rolling Stones im Augarten

Ein gewohnt vielseitiges Programm bietet heuer auch wieder das von Viennale und Filmarchiv Austria gemeinsam veranstaltete "Kino wie noch nie" im Augartenspitz: Kultfilme und Klassiker wie "Das Schweigen der Lämmer" oder "Psycho" stehen da heuer auf dem Programm, und im Rahmen der Viennale-Premieren werden Filme gezeigt, die in Österreich bis dato noch nicht zu sehen waren, wie etwa das - bei der heurigen Berlinale - viel diskutierte Abtreibungsdrama "24 Wochen".

Die Rolling Stones kommen im Herbst für zwei Konzerte nach Wien, im Augarten werden als Vorgeschmack schon einmal Konzert- und Backstagefilme der Band gezeigt, und anlässlich des 30. Todestags von Helmut Qualtinger, holt das "Kino wie noch nie" einige seiner Kinoarbeiten aus dem Archiv.

YoungCaritas & Kurzfilmfestival dotdotdot

In den letzten Jahren hat sich dabei viel getan, im österreichischen Sommerkinoangebot. Viele kleine Festivals sind entstanden, die zunehmend auch die Nische suchen, mit kuratierten Programmen abseits des Mainstream. Ambitioniert wie vielschichtig präsentiert sich da etwa die zweite Auflage des dotdotdot Kurzfilmfestivals im Garten des Wiener Volkskundemuseums.

Und ebenfalls aus dem breiten Angebot heraus sticht das Sommerkino der youngCaritas, das zwar nur an drei Abenden in Kooperation mit der Diagonale österreichische Langfilme auf die Open-Air-Leinwand bringt - im Vorprogramm dabei aber jeweils Arbeiten junger Filmschaffender zeigt. Zu sehen sind Kurzfilme, die im Rahmen des Projekts "Einblick filterlos" in den letzten sechs Monaten realisiert worden sind. Gestaltet von Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren.

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