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Veronika Eberhart, Performative Kunst

geboren 1982 in Bad Radkersburg

Veronika Eberhart

Kommentar der Künstlerin

Die medial vielfältigen Arbeiten von Veronika Eberhart zeichnen sich einerseits durch hohe Musikalität aus, andererseits verhandeln sie konzeptuelle Fragestellungen mit der Sensibilität künstlerischer Praxen feministischer Positionen. In ihrem transdisziplinären Ansatz der Video, Sound, Performance oder skulpturale Klanginstallation vereint, geht sie von theoretischen und historischen Recherchen aus und sucht nach formalen Übersetzungen dafür, welche sich durch agitativen Esprit auszeichnen.

by the nape of your neck
Video, 2015
2:53 min loop

Das Video zeigt einen Nacken und seine Arterien (Halsschlagader), durch scharfe Videoschnitte rhythmisiert wiederholt. Damit intendiert die Künstlerin eine Analyse des Verhältnisses von Videoschnitt und der Illusion der Entstehung von Gewalt.

Hit Like a Girl
Videoinstallation mit Sound 2016
10:15 min loop

Hit Like a Girl entstand auf Basis der Dokumentation der mehrstündigen Performance “drums for two” . Das S/WVideo zeigt die Künstlerin auf der linken Seite und die jeweiligen Schlagzeug-partner/innen auf der rechten. Die in der Arbeit gezeigten Details der Abläufe des Hinsetzens sowie die Gesichtsausdrücke der Konzentration und Freude machen das Video zu einer einsichtsvollen Studie menschlicher Kommunikation.

Installation

O Dolcezz’ Amarissime D’Amore
Installation mit Sound 2015

Eine skulpturale Klanginstallation, bei der ein gläserner Drumstick und eine verspiegelte, von der Decke hängende Snare-Drum von drei Subwoofer-Boxen umgeben ist. Aus ihnen kommt eine geloopte Komposition der Künstlerin, die sich auf einen historischen Moment weiblicher Ermächtigung in der europäischen Musikgeschichte bezieht und deren bass-lastige Teile den Snareteppich in schwingend vibrierende Resonanz bringen.

Arbeitsvorhaben

Im den kommenden Monaten würde ich gerne meine Diplomarbeit - eine Videoinstallation mit Sound unter Mitwirkung mehrerer Performance-Künstler/innen - umsetzen.

Ausgehend von theoretischen Überlegungen der marxistisch-feministischen Philosophin und politischen Aktivistin Silvia Federici sowie des Soziologen Pierre Bourdieu entsteht eine Videoarbeit mit Sound- und Performance-Elementen, die in einer ehemaligen Tischlerei-Werkstatt gefilmt wird.

Dabei interessiert mich besonders die geschlechterspezifische Arbeitsteilung im Bezug auf kapitalistische Rationalisierungsprozesse. Die bereits veralteten und nicht mehr verwendeten Maschinen in der stillgelegten Werkstatt werden dabei wieder in Betrieb genommen und in eine Beziehung zu künstlerischen Praxen feministischer Performancekünstler/innen gesetzt.

Einen weiteren wichtigen Aspekt dieser Arbeit stellt die Soundebene des Videos dar. Dazu nehme ich von mir komponierte Musikarrangements mit mehreren Musiker/innen auf. In Anlehnung an Strukturen des Aufbaus moderner Opern, ihrer Unterteilung in mehrere Akte, verbindet die Arbeit jene Sound- und Videoelemente um letztlich als begehbares installatives Kunstwerk zu funktionieren.

Bereits vor mehreren Jahren diente mir der Werkstatt-Raum als Ausgangspunkt einer künstlerischen Arbeit. In „Konkurs“ verband ich Untersuchungen des sozialen Kontexts und des ökonomischen Wandels der Werkstatt, die ich poetisch und fotografisch in die Arbeiten einfließen ließ. Dabei stellte ich den istorischen Verlauf von Entstehung bis zur Schließung jener Werkstatt dar.

Aufbauend auf dieser Arbeit und einer verstärkten Bündelung der performativen Elemente möchte ich diesen für mich besonders spannenden Raum noch einmal als künstlerischen Produktionsort für meine Diplomarbeit nutzen.

01.09.2016

AUSBILDUNG

seit 2015
Studienassistentin für postcolonial studies / Akademie der bildenden Künste Wien (AT)

seit 2009
Akademie der bildenden Künste Wien - Kontextuelle Malerei / Hans Scheirl bis 2015, ab 2015 Performative Kunst / Carola Dertnig

2002-2009
Soziologie und Gender Studies Universität Wien

2005-2006
Erasmus - Austausch Universität Kopenhagen, Dänemark

AUSSTELLUNGEN

2016
Hit Like a Girl / Produzentengalerie Wien (Ö)
Performance und Musik für A Story of O. & I. (von Lise Lendais) / Werk X (Ö)
Hit Like a Girl / Rundgang Akademie der bildenden Künste Wien (Ö)
by the nape of your neck / Rundgang Akademie der bildenden Künste Wien (Ö)

2015
O Dolcezz’ Amarissime D’Amore / AUFGERISSENEN AUGES: TRANSMANIERISTISCHE REAKTIONEN, xhibit, Wien (AT)
Untitled Diary Entry / Size Matters Raum Für Kunst und Film Wien (Ö)
Drums for Two / Bosom Friends, VBKÖ, Wien (Ö)
by the nape of your neck / BE A B-STAR performance artist attracts crowds and big money, black box, Wien (Ö)
performance for Birdhouse/Nuthouse (Nicholas Hoffman) / Destination Wien/Kunsthalle Wien (Ö)
Hinterland in Kollaboration mit Julischka Stengele / Straight To Hell Festival - Vienna‘s First International Queer Performance Festival, KosmosTheater (Ö) (Ö)
Drums for Two / Rundgang Akademie der bildenden Künste Wien (Ö)
Der Abbruch / Rundgang Akademie der bildenden Künste Wien (Ö)

2014
TIRANA / ordinary freaks - Das Prinzip Coolness in Popkultur, Theater und Museum, Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz (Ö)
TIRANA / AVANTI ANTI ANTI #3 - ein interdisziplinäres Projekt zur Wahrnehmung von Leerstand, Blumenladen, Linz (Ö)#lime crush / blah blah uh uh, Room 116, Akademie der bildenden Künste Wien (Ö)
TIRANA / 12 minutes live, OKTO TV, Wien (Ö)
PMS / VBKÖ Ball The Balls Are Ours, Wien (Ö)

2013
PMS / aa collections Wien (Ö)
drawing for ilsebill / The LA Show - Museum of Contemporary Mind, Los Angeles (USA)
sugar / Zollamtkino, Zollamt, Bad Radkersburg (Ö)
TIRANA / Weiße Normen der Macht, GrazMuseum, Graz(Ö)
Plaided / showcase South by Southwest (SXSW ), Texas (USA)

2008
Home Away From Home /diskonta_3: Photography, Galerie IG BILDENDE KUNST, Wien (Ö)

AUSZEICHNUNGEN

2016
Artist-in-Residence Austausch Programm „West Balkan Calling“ Albania T.I.C.A.
Tirana- Institut für zeitgenössische Kunst / , ( AL / AT)

2015
Stipendium Internationale Sommer Akademie Salzburg

2013 SKE österreichisches Staatsstipendium für Komposition zeitgenössischer Musik

2010
Johanna Dohnal Preis für das Diplom „Qual der Wahl. Spannungen zwischen Subjekt und biomedizinischem Diskurs im Kontext der Wechseljahre“

2007 erster Platz / “Track 5” Kurzhörspielwettbewerb, Ö1

PUBLIKATIONEN / INTERVIEWS

Sourealistische Performance - Veronika Eberhart und Stefanie Sourial im Gespräch
In: an.schläge – das feministische Magazin, Feminismus und Religion, Wien 2015

P.L.A.I.D.E.D.: Study, Work, Kiss, Make music In: Tom Tom Magazine, Ausgabe 13, A MAGAZINE ABOUT FEMALE DRUMMERS, Display Spring, New York 2013

PLAIDED has playdates in the USA In: Ox-Fanzine, Ausgabe 106 Februar/März, Solingen 2013

Lost in Music In: Die Standard (online) von Ina Freudenschuss, 2. September 2012

Veronika Eberhart / Regina Wuzella: How to intervene? Practices of herstories.
In: H.arta/Katharina Morawek (Hg.): Are you talking to me? Discussion on Knowledge Production, Gender Politics and Feminist Strategies. Wien Löcker Verlag 2008

Home Away from Home In: Valdimir und Estragon (Hg.), Monat der Photographie Wien 2008, Wien Fotohof 2008

FILMMUSIK

2015
Soundtrack für die Dokumentation FtWTF - Female to What The Fuck (90 min, Regie: Katharina Lampert und Cordula Thym)

2013
Soundtrack für den Film Talea (75min, Regie: Katharina Mückstein)
Teile des Soundtracks von Kafka, Kiffer und Chaoten (84 min, Regie: Kurt Palm)

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