Veronika Eberhart

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Veronika Eberhart, bildende Kunst

Veronika Eberhart, geboren 1982 in Bad Radkersburg, studiert Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Gewaltstrukturen, patriarchale Strukturen und Fragestellungen zu feministischen Positionen sind wiederkehrende Themen in den Arbeiten von Veronika Eberhart.

Was ist Kunst?

Unter anderem auch der Titel einer Performance des Künstlers Raša Todosijević (mit Marinela Koželj) in der diese Frage auch ständig wiederholt wird. Generell interessiert es mich dieser Frage das eine oder andere weitere Fragezeichen hinzuzufügen und dabei auch immer zu schauen wer und aus welchen Motiven diese Frage wem stellt.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich hab mich schon recht früh über Tanz, Musik, Film ausgedrückt, es hat aber erst ein Soziologiestudium gebraucht damit ich mich zur Bewerbung an der Akademie der bildenden Künste getraut hab. Ich hatte immer großen Respekt vor akademischen Strukturen, da ich jene einfach durch meine Umgebung in der ich aufwuchs nicht gewohnt war.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Es ist eine Handlungsmöglichkeit, eine Form in der Welt zu sein ohne die ich nicht mehr kann. Deswegen für mich selbst wohl ein Muss.

Wo würden sie am liebsten arbeiten?

Ich merke mein Wissen um die Präsentation meiner Arbeiten wächst mit dem Ausstellen. Ich genieße es an Settings zu feilen die mich interessieren und überraschen. Generell schätze ich es sehr wenn eine Kommunikation über das Werk vor Ort zu Stande kommt.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Prinzipiell mit Personen die leidenschaftlich in dem sind, was sie tun. Außerdem sind kollektive Prozesse in meiner Praxis allgegenwärtig. Und natürlich gibt es auch vorwiegend feministische Vorbilder mit denen ich mir vorstellen könnte zusammen zu arbeiten: K8 Hardy, Yvonne Rainer, Elfriede Jelinek... aber auch Jens Rachut.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Da gibt es Phänomene am Markt bei denen sehr kurzfristig in Positionen investiert wird aber das verfolge ich eher detektivisch als dass es meine Arbeit beeinflusst. Interessant dabei auch immer wieder männlich dominierten Lobbyismus zu beobachten.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Wenn man den Kapitalismus als spekulatives Aktionsprojekt sieht, dann geht da natürlich viel.-)

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Wie jedes Monat für Essen, Trinken und ein Dach über den Kopf.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Hoffentlich in einem Land, dessen Regierung soziale Missstände nicht ignoriert - und ich wünsche mir ein nahes Umfeld mit sehr jungen und sehr alten Menschen.

Haben Sie einen Plan B?

Ich hatte nie Plan A, aber viele andere Pläne hab ich noch.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Diese Frage können wohl besser jene beantworten, denen ich unangenehm bin. Ich selbst agiere nicht mit dem Vorsatz des unangenehmen Auffallens.

Wollen Sie die Welt verändern?

Naja, die Welt ist ein recht komplexer Begriff. Ich bin dafür dass man die sozialen Kontexte in denen man leben möchte wertschätzt und glaube daran, dass in einzelnen Situationen Veränderung möglich ist. Ich bin da geprägt von D.I.Y – Aktivistischen Tätigkeiten die sich eher am Rande des institutionalisierten Kunstbetriebs befinden aber für mich nicht minder relevant sind.