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Christina Helena Romirer, Transmediale Kunst

Christina Helena Romirer, geboren 1982 in Graz, studiert Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Gegenstände und Materialien, die unserem alltäglichen Handeln, einem bestimmten Ort oder gesellschaftspolitischen Phänomenen zuzuschreiben sind, bilden oft den Ausgangspunkt der Arbeiten von Christina Helena Romirer.

Was ist Kunst?

Kunst ist eine Sprache, deren Regeln sich immer wieder neu definieren. Kunst ist ein Medium, dass Fragen aufwirft und Geschichten erzählt. Kunst schafft einen Spielraum, in dem unterschiedliche Themen verhandelt werden, deren Kontexte neu definiert und auf unterschiedliche Weisen miteinander verknüpft werden. Kunst stellt die Welt und ihren Sinn in Frage.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Kunst war in unterschiedlichen Facetten in meinem Leben, seitdem ich mich erinnern kann. Somit gab es eigentlich keine andere Option als Kunst zu probieren.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

In jedem Fall von Wollen. Das Können kommt vom Probieren und Experimentieren.

Wo würden Sie gerne ausstellen?

Im öffentlichen Raum und an Orten, die nicht per se als Kunstraum definiert sind. Ich finde es wichtig, dass Kunst Räume erobert, die ihr nicht von vornherein zugeschrieben sind.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Es gibt keine bestimmte Person, mit der ich gerne arbeiten möchte. Ich arbeite grundsätzlich gerne und immer wieder mit anderen befreundeten Künstler/innen. Diese Zusammenarbeiten sind eine Bereicherung, da eine Arbeit dadurch aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und durchleuchtet wird. Den Schlagabtausch im Entwickeln von Ideen und Konzepten mag ich daran sehr- durch den Input und die Ideen einer zweiten oder dritten Person öffnen sich neue gedankliche Wege, die man in manchen Fällen alleine nicht einschlagen würde.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Wie in vielen Bereichen der Wirtschaft finde ich Spekulationen sehr schwierig. In meiner Idealvorstellung sollte die Kunst von einem monetären Wettbewerb entkoppelt sein, die Fördersysteme weiter ausgebaut werden und ein Wettbewerb auf anderen Ebenen stattfinden.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Wenn man vom dem absurden Konzept der fortwährenden Möglichkeit von Wachstum ausgeht, gibt es noch viel Luft nach oben.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Wenn es das letzte Geld vor der Abschaffung des Bargeldes wäre, würde ich eine Arbeit daraus zu machen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Gut von meiner Kunst leben zu können und spannende Projekte zu machen.

Haben Sie einen Plan B?

Ich habe Plan-B Überlegungen. Diese beziehen sich allerdings mehr darauf, welche Handlungsspielräume sich auftun können, für den Fall, dass sich die politische Landschaft zum schlechteren verändert oder das System kollabiert.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Letzte Woche im Kino.

Wollen Sie die Welt verändern?

Auf jeden Fall! Unlängst in einem Gespräch mit einer Freundin, habe ich von ihr als Antwort bekommen, dass das was ich mir vorstelle so wie der Wunsch nach einer "new world order" klingt. Grundsätzlich glaube ich, dass es generell wichtig ist, sich damit auseinander zu setzen, ob der Ist-Zustand in Ordnung ist und welcher Veränderungen es bedarf.

19.09.2016

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