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Alireza Toghiyani , Komposition

Alireza Toghiyani wurde 1990 im Iran geboren. Er studiert Kompositon an der Musik und Kunst Privatuniverstität Wien, sowie seit 2016 auch Transmediale Kunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Toghiyani wurde mit einem Stipendium des Mozart Vereins 2012 - 2015 ausgezeichnet und erreichte 2013 die letzte Runde des Fidelio-Wettbewerbs. Zuletzt erhielt er das Start-Stipendium des Bundeskanzleramts.

Was ist Kunst?

Für mich ist es ein Verlangen nach Schöpfung, mit einem speziellen Empfinden von Form, Farbe, Ästhetik und Gestalt. Also sich mit Gefühlen zu beschäftigen und sie zu realisieren. Das erschafft einen Zugang zu einer Welt, die unbeschreiblich ist.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Innerer Antrieb! Ich bin diesem Verlangen nachgegangen ohne ihm einen Namen zu geben. Ich hatte ein bestimmtes Gefühl. wenn es ums Schöpfen, Material oder Gestalt ging, ein Gefühl, so ähnlich wie z.B. beim luziden Träumen. Ich hörte eine innere Stimme, die mir immer sagte: "So ist es jetzt für dich richtig". Diese Empfindungen haben mich immer motiviert und sehr angeregt, dann habe ich einfach entschieden, ich möchte diesen Lebensweg einschlagen! Deswegen sind "Künstler" auch bereit, auf Geld oder andere Wertschätzung für ihre Arbeit zu verzichten, glaube ich. Den Jackpot hat man gewonnen, wenn man damit eine finanzielle Sicherheit erreicht.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Ich würde sagen, Kunst machen kommt auf jeden Fall aus dem inneren Antrieb. "Wollen" öffnet die Tür zu "Können" und "Müssen", ein Kreislauf entsteht! "Müssen" muss man nicht, aber das vergisst man oft. Oder man weiß überhaupt nicht, dass man nicht muss.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Am liebsten würde ich mir verschiedene Orte aussuchen, die mich inspirieren, da wo man einen Auftritt nicht erwarten würde. Es weckt in mir viel Neugier, zu überlegen, welche Orte ich wählen würde. Aber ein Auftritt auf Dallol (der Vulkankrater) würde ganz schön aufwendig sein. Am nächsten liegen mir ansonsten alte Fabriken oder ausgewählte Ecken in Städten usw.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Es ist aufregend, mit Menschen zu arbeiten, die mit ihrer Welt Anderen neue Perspektiven öffnen. Meine Motivation steigt, wenn ich Menschen treffe, die spontan sind und in großen Maßstäben träumen. Ach ja! - Für eine Zusammenarbeit ist auch handwerkliches Können sehr wichtig!

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Wenn das gewisse Etwas in der Kunst verloren geht und alles geschmacklos wird, dann ist es auf jeden Fall zu viel Markt.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Ich war nie ein Fan von Kunstmarkt & Co.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Das habe ich über die Jahre sehr oft erlebt und es war immer unterschiedlich. Meistens habe ich mein letztes Geld so ausgegeben, wie man es nicht machen sollte! Es hat aber immer Spaß gemacht. 1 Euro hat in verschiedenen Lebenssituationen einen ganz anderen Wert!

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Das weiß ich nicht. Das wäre auch langweilig! Wie es dann aussieht, überlasse ich dem Laben und seinen Überraschungen.

Haben Sie einen Plan B?

Ich bin bereits mit ein paar Ideen beschäftigt, aber keine von ihnen zählt für mich als Plan B. Es sind verschiedene Projekte und jedes Projekt hat eine bestimmte Vision. Aber einen Plan B für was genau? Dafür, wenn ich genug davon habe? Ich glaube, dann höre ich mit allem auf und fange an Kunst zu machen. Das ist mir sogar schon mal passiert! Mit 18! Aber ich landete immer wieder auf derselben Bahn. Daher kann ich jetzt sagen, ich finde, man braucht in dem Fall keinen Plan B, sondern muss lernen wie man mit Plan A umgeht! Hauptsache, einfach lernen mit Plan A seinen Spaß zu haben und nicht verzweifelt nach einem Plan B zu suchen.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Wenn ich das nur wüsste!

Wollen Sie die Welt verändern?

Die Welt verändert sich schon. Ich versuche einfach, auf mein Umfeld positiv zu wirken.

21.09.2016

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