Isabella Czarnecki

ORF/ URSULA HUMMEL-BERGER

Isabell Czarnecki, Mezzosopran

Die Mezzosopranistin und gebürtige Salzburgerin Isabell Czarnecki startete schon in früher Kindheit ihre musikalische Laufbahn. Bereits ab dem fünften Lebensjahr erhielt sie Klavierunterricht und war während Ihrer Schulzeit Mitglied in einer Vielzahl an Chören. Seit Herbst diesen Jahres ist sie für zwei Spielzeiten im neu gegründeten Opernstudio des Landestheaters Linz engagiert.

Was ist Kunst?

Kunst, ein sehr breitgefächerter Begriff, der eher subjektiv zu betrachten ist. Dennoch glaube ich, dass Kunst im Allgemeinen, etwas Großartiges, Einzigartiges, Schöpferisches und sehr sehr Wertvolles ist. Sie ist eines der höchsten Güter, die wir Menschen innehaben und sogar dann verstehen können, wenn man anderer Herkunft ist oder eine andere Sprache spricht.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Durch meine Eltern, die beide sehr Musik- und Kunstinteressiert sind und mich bereits im frühen Kindesalter zu den ersten Konzerten mitgenommen haben. Darüber hinaus stand zu Hause ein Klavier, das mich von klein auf faszinierte, vor allem wenn mein Papa darauf spielte. Ich erhielt dann ab dem fünften Lebensjahr Klavierunterricht.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kunst sollte nie müssen, immer wollen und ein bisschen auch können! Auch wenn man üben "muss", vor allem als Berufsmusiker bzw. Berufsmusikerin, sollte man sehr darauf achten, immer die Freude in den Vordergrund zu stellen, auch wenn es schwer fällt.

Wo würden sie am liebsten arbeiten?

Ich glaube so ziemlich jede Sängerin/jeder Sänger träumt davon, mal in der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala oder der New Yorker Metropolitan Opera auftreten zu dürfen! Das wäre natürlich ein Traum. Jedes Publikum ist anders, reagiert anders, trägt eine andere Energie. Darauf einzugehen und sich immer wieder auf neues Publikum einzustellen ist eine große Herausforderung, an die ich jedoch sehr leidenschaftlich herangehe. Da können durchaus magische Momente entstehen, sogar im kleinsten Dorf am Lande, fernab der "Metropolen". Das stärkt und nährt die Seele ungemein!

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ach, da müssten einige Menschen wiederauferstehen! Richard Strauss zum Beispiel, Richard Wagner, Schubert natürlich, Schumann, Gaetano Donizetti, Maria Callas, Fritz Wunderlich, ach, die Liste ist lang. Noch lebende Personen betreffend: Franz Welser-Möst, Ricardo Muti, Christian Gerhaher, Thomas Hampson, Elina Garanca, Anne Sofie von Otter, Jessye Norman...

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Schwierig. Natürlich braucht auch die Kunst einen Markt um sich verbreiten zu können, um für sich zu werben. Doch alles mit Maß und Ziel. Oftmals leidet die Kunst, oder vielmehr der Künstler oder die Künstlerin unter der Vermarktung. Die Kunst steht dann nicht mehr im Vordergrund, nur mehr die Verpackung des Produktes. Ich will nicht sagen, dass das nicht wichtig ist, doch es wird eine Gratwanderung, Können von Können zu unterscheiden.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Die Frage geht mit der vorangegangenen einher. Sicher verträgt der Markt mehr Kunst als umgekehrt, doch ich ziehe absolut die Qualität der Quantität vor.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Gutes Essen für meine Familie, meine Freunde und mich?

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Noch immer auf der Bühne, singend!

Haben Sie einen Plan B?

Ja, denn ich habe Gesangspädagogik studiert, sodass ich mein Können irgendwann mal an meine Schüler weitergeben kann. Dafür will ich aber unbedingt noch viele Jahre praktische Erfahrungen sammeln. Nur die Theorie alleine weiterzugeben wäre mir zu wenig und fände ich auch nicht ganz richtig. Der Plan B darf also gerne erst einmal Plan B bleiben.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich bin sicher kein Mensch, der es jedem recht machen will, jedenfalls bemühe ich mich nicht darum. Doch ich bin auch keiner, der allzu sehr aneckt oder provoziert. Trotzdem vertrete ich gewisse Standpunkte sehr klar, das kann gefallen, oder nicht. Ob ich dadurch unangenehm auffalle, weiß ich nicht.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ob ich die ganze Welt verändern kann, stufe ich als äußerst fragwürdig ein. Ich kann jedoch mit Sicherheit einen Teil dazu beitragen, ein paar Menschen mit meiner Stimme zu begeistern, zu berühren.