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Georgel Popa, Akkordeon

Georgel Popa, geboren 1989 in Wien, studiert Akkordeon an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Zuletzt konnte er mit seiner Duopartnerin Rada Petrovic den dritten Platz bei der "Osaka International Music Competition" erreichen.

Was ist Kunst?

Für mich beginnt die Kunst bei der kleinsten Pflanze und geht bis zu Kinderzeichnungen, die wir als Erwachsene oft nicht mehr verstehen.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Zuhause lief immer Musik, somit habe ich sie sicher von klein auf mitbekommen. Später wurde ich durch einige Episoden von Bugs Bunny, Tom & Jerry und die Neujahrskonzerte auf klassische Musik aufmerksam. Spätestens als mein älterer Bruder mit dem Akkordeonunterricht angefangen hat, wollte ich dasselbe machen.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kunst kommt von allen dreien: Ich brauche Unterstützung, finanzielle Mittel, um es zu lernen. Ich will mich durch die Musik ausdrücken, sie mit anderen teilen. Manchmal aber, gibt es auch anstrengende Zeiten, in denen ich mich zum Üben zwingen muss, um mich weiterzuentwickeln.

Wo würden sie am liebsten auftreten? ?

Im Saal des Tschaikowski-Konservatoriums in Moskau, in der Carnegie Hall, aber am liebsten in einer leeren orthodoxen Kirche, nur zwei Akkordeonisten und die Ikonen.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mit Rada, meiner Kollegin und sehr guten Freundin. Mit sehr unterschiedlichen Menschen, da ich glaube, dass man von jeder Kunstgattung etwas Wichtiges lernen kann. Hätte ich eine Zeitmaschine, stünde Gustav Mahler ganz oben auf meiner Liste.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Der Markt ist ohne Kunst ein Trauerspiel. Sie sind beide voneinander abhängig. Wenn sich der Markt zu sehr in die Kunst einmischt und dem Künstler Vorgaben macht, ist zu viel Markt im Spiel.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Die Kunst braucht Publikum. Und dieses braucht viel mehr Kunst als der Markt hergeben kann, da Menschen verschiedene Vorlieben haben.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Als ich klein war, habe ich oft meinen letzten Schilling für Micky Maus-Hefte ausgegeben. Heute würde ich es einem Bedürftigen geben, der noch weniger besitzt.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich hoffe mit Familie und Beruf. Künstlerisch werde ich meinen Weg gehen, und lasse mich überraschen wo ich ankomme.

Haben Sie einen Plan B?

Ich werde mich bestimmt noch mehr in die Pädagogik vertiefen, da es mir wichtig ist, das weiterzugeben, was ich bekommen habe, und das Instrument wieder populärer zu machen.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich vertrete meine Ansichten und wenn ich von etwas überzeugt bin, lasse ich nicht locker. Dann kann es schon sein, dass ich dabei negativ auffalle.

Wollen Sie die Welt verändern?

Unbedingt, ich fange im Kleinen an und lächle.

10.11.2016

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