Elisa Lapan

ORF/ URSULA HUMMEL-BERGER

Elisa Lapan, Saxofon

Elisa Lapan, aufgewachsen in Wien, Burgenland und Kärnten, studiert klassisches Saxofon bei Peter Rohrsdorfer mit Schwerpunkt Jazzsaxofon bei Florian Bramböck an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Sie ist Gewinnerin des Auswahlspiels "Musica Juventutis 2016" im Wiener Konzerthaus.

Was ist Kunst?

Kunst ist eine internationale Sprache, die es vermag, die Welt bunter zu machen, mehr strahlen zu lassen und zu verbinden. Außerdem ist Kunst für mich der direkte Schlüssel zum Herzen der Menschen, sie ist imstande zu trösten, zu begeistern, gute Stimmung zu erzeugen, ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, zum Denken anzuregen, Kritik zu äußern, einen Einblick in die Welten der Interpret/innen und Komponist/innen zu verschaffen und sie ist eine Möglichkeit, seine ganz persönliche Spur in der Welt zu hinterlassen.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

In meiner Familie spielt Musik eine sehr bedeutende Rolle. So ist es Tradition, dass gemeinsam musiziert wird und regelmäßig Konzerte besucht werden. Meinen Eltern war es immer ein Herzenswunsch, die eigene Begeisterung für Musik an uns weiter zu vermitteln, was ihnen auch gelang.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Es gibt zwar den Aphorismus bzw. die Plattitüde "Kunst kommt von Können" - und rein etymologisch gesehen dürfte dies auch stimmen, jedoch finde ich, dass Kunst ein Konglomerat aller drei Verben, wobei dabei "wollen" im Vordergrund stehen sollte, ist.

Kunst verlangt ein Können: Es ist durchaus von Vorteil, wenn ein/eine Künstler/in sein/ihr Handwerk beherrscht. Was darüber hinaus noch viel wichtiger ist, das ist der Glaube an sich selbst und an die eigenen Fähigkeiten, das Vermögen, sich begeistern zu können, die feste Überzeugung davon, dass man alles erreichen kann und man nichts und niemandem die Macht gibt, einem dieses Urvertrauen zu nehmen.

Kunst verlangt ein Müssen: ein unbedingtes "Sich- Vertrauen-Müssen" und "Sich - Einlassen – Müssen" auf sich selbst und auf seine innere Stimme.

Kunst verlangt ein Wollen: ein Wollen, den Weg, den man bewusst eingeschlagen hat und hinter dem man zur Gänze steht, Schritt für Schritt zu beschreiten.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Ein Anreiz sind natürlich die akustisch interessantesten Konzerthäuser dieser Welt. Für mich als Burgenländerin, die den Luxus des Haydnsaals, der beinahe vor der Haustüre liegt, genießt, wäre es schön, hier einmal auftreten zu können.

Da ich Herausforderungen liebe, bin ich auch ein Freund von Veranstaltungsorten, die ganz außergewöhnliche Konzertsituationen bieten.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Es ist ein Genuss, mit Personen, die mit ihrer Musik berühren, viel Herz in ihr Spielen legen, nur so vor Leidenschaft für die Musik sprühen, für welche die Freude am Musizieren im Vordergrund steht, mit denen ich "auf derselben Wellenlänge" bin, die ein großes Herz und einen guten Humor haben und mit denen das gegenseitige Reagieren aufeinander famos funktioniert, zusammen zu arbeiten. Außerdem bin ich auf der Suche nach recht ausgefallenen Formationen und neuen Konzertformen und würde mich auch darüber freuen, in hervorragenden in- und ausländischen Orchestern mitspielen zu dürfen.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

So viel, sodass Qualität noch vor Quantität steht, die Kunst sich nicht vom Markt negativ und destruktiv beeinflussen lässt und sich dadurch ihrem inneren Wesen und ihrem ursprünglichen Anspruch treu bleibt.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

An Kunst kann es nicht zu viel geben. Gerade der Kunstsektor ist für eine Vielzahl an Berufsmöglichkeiten prädestiniert, es stehen einem also eine Unzahl an Türen offen, wenn man daran glaubt, die nötige Begeisterung ausstrahlt und es auch wagt, den Blick dafür zu öffnen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für einen Besuch im Eissalon mit Familie und Freunden.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Da für mich Vielseitigkeit, Abwechslung und Herausforderung wichtig sind, kann ich mir mehrere Standbeine, die sich aus Konzerttätigkeit, Unterrichtstätigkeit, Coaching, Komposition und Dirigieren zusammensetzten, vorstellen.

Haben Sie einen Plan B?

Nein, da ich fest an mich und Plan A glaube.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Als ich im Studentenheim den Weckruf zur Rorate um 5.30 Uhr in der Früh spielte und eine Studentin schlaftrunken aus ihrem Zimmer kam und fragte, ob es denn möglich sei, nicht um diese Uhrzeit und nicht am Gang zu üben.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich möchte auf jeden Fall dazu beitragen, die Welt fröhlicher, klangvoller, herzlicher und bunter machen.