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MenschenLeben

Ein Oral-History-Projekt der Österreichischen Mediathek

Seit 2009 führt die Österreichische Mediathek das Projekt MenschenLeben durch. Bislang haben über 1500 Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft ihre Lebensgeschichten erzählt.

In persönlichen Erinnerungen lassen sie ein Stück österreichischer Zeitgeschichte lebendig werden – so auch das Jahr 1967.

Wilfried Schwendinger

Wurde 1937 in Vorarlberg geboren, war Inhaber einer Firma für Materialseilbahnbau. 1967 machte er sich mit einer Firma für Materialseilbahnbau selbständig. Im selben Jahr kam das jüngste seiner vier Kinder zur Welt. Die Firmengründung war ein hohes Risiko, doch letztlich eine Erfolgsgeschichte.
1967 war das für ihn das Jahr, das sein weiteres Leben am meisten geprägt hat. Das Interview wurde von Hanna Klien geführt.

Maria Moritz

Wurde 1949 in Wien geboren, war Sozialarbeiterin und Bezirksrätin und ist im Österreichischen Berufsverband der Sozialen Arbeit engagiert. 1966- 1967 ging Maria Moritz als 17jährige Schülerin für ein Jahr in die USA. Die Rückkehr im Juli 1967 nach Österreich und ihre Schule war schwierig. Das Interview hat Stefan Fercher geführt.

Maria Moritz

"Es war der beginnende Vietnamkrieg und die jungen Männer wurden ausgelost wer eingzogen wird."

Barbara Ritterbusch-Nauwerck

Wurde 1944 in Wallmerod (Deutschland) geboren, ist Limnologin und lebt seit 1988 in Österreich
Am 2. Juni 1967 wurde in Berlin der Student Benno Ohnesorg im Zuge der Demonstration gegen den Besuch des iranischen Shahs getötet. Sein Tod gilt als Geburtsstunde der "68er-Bewegung", die zumindest in Deutschland "67er-Bewegung" heißen müsste, findet Barbara Ritterbusch-Nauwerck. Für die damals in Berlin Studierende war Ohnesorgs Tod der Auslöser, um an vorderster Front mitzukämpfen. Das Interview hat Ferdinand Hofer geführt.

Wolfgang Mitterecker

Wurde 1938 in Salzburg geboren, war Offizier des Österreichischen Bundesheeres und UNO-Soldat. Am 25. Juni 1967 wurde auf der Porzescharte an der österreichisch-italienischen Grenze ein Sprengstoffanschlag verübt. Zur Bekämpfung der Aktivisten des "Befreiungsausschuss Südtirol" wurde das Österreichische Bundesheer an die Grenze beordert. Wolfgang Mittecker nahm ihm November 1967 als Offizier an diesem Einsatz teil.
Das gesamte lebensgeschichtliche Interview von Wolfgang Mitterecker. Das Interview wurde von Johannes Hofinger und Karl Rothauer geführt.

Olga Zechner

Wurde 1953 in Kärnten geboren, war Sozialarbeiterin am Jugendamt und ist im Österreichischen Berufsverband der Sozialen Arbeit engagiert. 1967 starb der Vater der erst 14jährigen Olga Zechner bei einem Arbeitsunfall. Ein traumatisches Lebensereignis, das noch sehr stark im Gedächtnis ist. Das Interview hat Stefan Fercher geführt.

Olga Zechner

"Meine Mutter war allein mit drei Kindern, das Haus war halb fertig, ich war im Gymnasium, im Internat, das auch recht viel Geld gekostet hat."

Uli P.

Wurde 1948 in Wien geboren, lebt in Gablitz. Sie war als Ethnologin und Masseurin tätig und in der "Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft" engagiert. Als 11jährige zieht sie mit ihrer Mutter und deren Mann nach Ägypten. Aufgewachsen bei ihrer Großmutter, die sie als behütend und streng empfand, erlebte die Teenagerin die Jahre von 1960 bis 1967 in Kairo als große Freiheit. Das Interview wurde von Hanna Ronzheimer geführt.

Ruth Contreras

Sie wurde 1942 in Kolumbien geboren, wohin ihre Eltern 1938 emigriert waren – der Vater wurde als Sozialist politisch verfolgt, die Mutter entstammte einer jüdischen Familie. 1948 kehrte die Familie zurück nach Österreich. Ruth Contreras war Leiterin der Insektensammlung im Naturhistorischen Museum Wien. Sie war stets politisch aktiv, engagierte sich im linken Flügel der SPÖ u.a. gegen Faschismus und Antisemitismus oder für die Flüchtlinge aus Chile.
1967 nahm sie nicht nur an den Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg teil, sondern auch an einem von Rosa Jochmann organisierten "Antifaschistischen Seminar".
Das gesamte lebensgeschichtliche Interview von Ruth Contreras. Das Interview wurde von Eva Gänsdorfer geführt.

Ruth Contreras

"Für mich sind aus dieser Zeit die Vietnam-Demonstrationen, später die Chile-Demonstrationen und natürlich die Ostermärsche gegen die nukleare Aufrüstung in Erinnerung geblieben".

Ruth Kässmann

1967 besucht die 19jährige Maturantin Ruth Kässmann einen Tanzkurs, lernt einen Mann kennen und wird schwanger. Die vierfache Mutter, Verkäuferin in einer Altwarenhandlung wurde 1948 in Wien geboren. Das Interview wurde von Hanna Klien geführt.

Ruth Kässmann

"Jetzt liegt mir auf den Lippen zu sagen: Das war eine merkwürdige Zeit"

Ruth Kässmann

"Ich habe mir von meinem Mann erwartet, dass er die Familie erhält".

Philip Seinfeld

Geboren 1920 in Wien, flüchtete er 1938 vor den Nazis über die Niederlande nach Israel, wo er seither lebt. Ein Großteil seiner jüdischen Familie kam in Konzentrationslagern um. 1967 besuchte Philip Seinfeld mit Frau und Tochter zum ersten Mal seit seiner Flucht 1938 Österreich: Steyr, den Herkunftsort seiner Frau, und seine Heimstadt Wien.
Der gesamte lebensgeschichtlichen Interviews von Philip Seinfeld. Das Interview haben Johannes Hofinger und Karl Rothauer geführt.

17.03.2017

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MenschenLeben - ein Oral History Projekt der Österreichischen Mediathek

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