Szenenfoto "Orestie"

APA/HERBERT NEUBAUER ~

"Orestie" im Wiener Burgtheater

Eine Gruppe von Ö1 Club-Mitgliedern ist am 17. Mai nach einer Werkeinführung zum Besuch der Vorstellung von "Orestie" eingeladen.

Im Wiener Burgtheater steht als Auftakt eines Antikenschwerpunkts Aischylos’ Orestie auf dem Spielplan. Das 458 v. Chr. entstandene Werk, das einen inhaltlichen Weg von der Blutrache zur Entstehung der Demokratie vollzieht, ist die einzige komplett erhaltene Tragödientrilogie des antiken griechischen Theaters.

Rache ist das vorherrschende Thema der ersten beiden Abschnitte der Trilogie. In Teil eins, betitelt mit "Agamemnon", kehrt selbiger, Herrscher von Argos, nach zehn Jahren aus dem Trojanischen Krieg zurück. Auf seinem Haus lastet ein Fluch. Der Vater und dessen Bruder, Atreus und Thyestes, haben ihre eigenen Kinder geschlachtet und versucht, die Götter zu täuschen. Agamemnon selbst hat seine Tochter Iphigenie der Göttin Artemis geopfert. Seine Frau Klytaimnestra lebt im Ehebruch mit Aigisthos. Sie ermordet Agamemnon und Kassandra, seine Kriegsbeute und Tochter des Priamos. Im zweiten Teil, den "Choephoren", nimmt ihr Sohn Orestes Rache für den Tod des Vaters. Er erschlägt Aigisthos und Klytaimnestra.

Im dritten Teil, den "Eumeniden", verlässt Aischylos den seit Homer tradierten Mythos. Die Göttin Pallas Athene macht dem Mechanismus des Tötens ein Ende, indem sie den Fall des Orestes an eine von ihr eingeführte neue Institution verweist, ein Gericht, bestehend aus den Bürgern Athens. Regisseur Antú Romero Nunes erzählt die "Orestie" mit sieben Schauspieler/innen aus der Perspektive der Erinyen, die von Pallas Athene gezwungen werden, ihre primitive Funktion als Rachegöttinnen zugunsten einer neuen Rolle als gütige, die demokratische neue Rechtsordnung anerkennende Eumeniden aufzugeben.

Service

Ö1 Club-Mitglieder erhalten im Burgtheater ermäßigten Eintritt (minus zehn Prozent).
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