Hosea Ratschiller

Thomas Züger

Hosea Ratschiller und das österreichische Antlitz

Beim diesjährigen Kabarettforum Salzburger Stier, wurden wurde am 7. Mai neben Hazel Brugger für die Schweiz und Helmut Schleich für Deutschland Hosea Ratschiller für Österreich ausgezeichnet. Sein preisgekröntes Programm trägt den Titel "Der allerletzte Tag der Menschheit".

Bühnenszene

Thomas Züger

Hosea Ratschiller und das Duo Radeschnig bei der Preisverleihung in Schaffhausen

„Hätten der Radetzkymarsch und Thomas Bernhard ein außereheliches Kind, es wäre sicher ein Fan von Hosea Ratschiller“ meinte Gabriel Vetter, selbst ehemaliger Stier-Preisträger, der die diesjährige Preisverleihung im Stadttheater Schaffhausen moderierte.

Seit 1982 wird diese renommierte Auszeichnung bereits vergeben. Und zwar von allen öffentlich-rechtlichen deutschsprachigen Rundfunkanstalten gemeinsam - weshalb der Salzburger Stier, dieses gehörnte Symbol der Angriffslust auch gerne als Oscar des Radio-Kabaretts bezeichnet wird. Da trifft es sich gut, dass Hosea Ratschiller als „FM4 Ombudsmann“ seit über 10 Jahren eine tägliche Satire-Sendung verantwortet. Seit 2017 ist er auch im Fernsehen präsent, als Moderator der Comedy-Show „Pratersterne“. Zur Überreichung des Salzburger Stiers ist er nicht alleine nach Schaffhausen angereist, denn das prämierte Stück, das polit- und gesellschaftssatirische Sittenbild „Der allerletzte Tag der Menschheit - Jetzt ist wirklich Schluss!“ ist eine Gemeinschafts-Produktion mit den Kärntner Zwillingsschwestern Birgit und Nicole Radeschnig, die die von Ratschiller vorgetragenen Szenen am Flügel, an der Klarinette, mit Flöte und Akkordeon tonmalerisch mitgestalten. Für ihr satirische Endzeit-Collage wurden die drei auch schon mit dem Österreichischen Kabarettpreis 2016 ausgezeichnet.

Ausschnitt

Der allerletzte Tag der Menschheit

Das schon von Karl Kraus beschriebene „österreichische Antlitz“ zeigt sich auch in Ratschillers und Radeschnigs Endzeit-Revue „Der allerletzte Tag der Menschheit“ in all seiner Vielfalt und in seiner Hässlichkeit. Eine - so die Stier-Jury - in jeder Hinsicht fabelhafte Satire zum Zustand des Wesens "Österreich", die mit intelligentem Witz, scheinbar spielerisch, die Abgründe in unserer Gesellschaft und Gegenwart aufspürt.

Bobo-Wohnungen und Bauernhöfe werden ebenso zum Schauplatz wie Zeitungs-Redaktionen und Politiker-Limousinen.