Starigrad, Boot und Häuserzeile

ORF/URSULA BURKERT

Das waren die Ambiente Insel- & Halbinsel-Klassiker

Fällt das Wort "Insel" im Zusammenhang mit Reisen, löst es in den Köpfen eine gewaltige Assoziationskette und Bilderflut aus: weiße, palmengesäumte Sandstrände, türkis-schimmernde Meeresfluten, braungebrannte schöne Menschen, einsame Buchten, Segelboote, Sonnenuntergänge in der weißen Gischt und vieles mehr.

Die Werbe- und Tourismusbranche haben das ihre dazu beigetragen, dass der Kitsch die Vorstellungen von der Insel maßgeblich bestimmt. Es wird mit der Sehnsucht nach einem ursprünglichen, stressfreien Leben im Einklang mit der Natur ohne Umweltverschmutzung und mit einem hohen Maß an Selbstbestimmtheit, ja mit dem Traum von der Rückkehr ins Paradies gespielt. William Shakespeares Sturm, Daniel Dafoes Robinson Crusoe, Louis Stevensons Schatzinsel und andere literarische, aber auch in jüngerer Zeit filmische Interpretationen des Themas wie "Meuterei auf der Bounty" oder "Fluch der Karibik" oder "Die Schweizer Familie Robinson" haben viel am Mythos "Insel – Paradies" mitgewirkt.

Möwe

Auch eine Inselbewohnerin...

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Tatsächlich sieht die Inselwirklichkeit in vielen Fällen ganz anders aus: Abhängigkeit von Fährverbindungen, Wasser- und Lebensmittelschiffen statt Autonomie, Touristenmassen statt Stille und Abgeschiedenheit, Umweltsünden statt ökologischer Balance – die "ringsum von Wasser umgebenen Landtheile" sind längst keine unberührten Paradiese mehr. Aber doch höchst interessante Mikro-Kosmen, die nach eigenen Gesetzen funktionieren. Inselgesellschaften sind hermetische und doch offene Gebilde. Das sie umgebende Meer bedeutet Grenze und Offenheit zugleich. Die schwierige Erreichbarkeit stellt eine Barriere aber auch Schutz dar.

Inselbewohner - heißt es - sind ein ganz besonderer Menschenschlag: Sie blicken stets sehnsüchtig über das Meer, über den Horizont, zum Festland hin. Haben sie dieses endlich erreicht, wollen sie wieder zurück auf die Insel. Kommt jemand von außen in eine Inselgemeinschaft, hat er/sie es nicht leicht. Das liegt an den oftmals recht strengen Ritualen und gesellschaftlichen Regeln von derlei hermetischen Orten. Außerdem zerfällt auf vielen Inseln das Jahr in zwei Hälften: in die Reisesaison, in der die Massen die Insel stürmen, das Geldverdienen die Regie führt, Hektik und Stress auch hierher schwappen und in jene Periode des Jahres, in der absolut nichts los ist, wenn die Touristen ausbleiben, die meisten Lokale schließen und sogar ein Teil der Inselbewohner selbst das Weite sucht. Dann stellt sich heraus, wer dem Inselleben tatsächlich gewachsen ist, wer die Stille, das auf sich Zurückgeworfensein und die zuweilen aufkommende Tristesse aushält.

Hvar, in der Bucht von Starigrad

Hvar, in der Bucht von Starigrad

ORF/URSULA BURKERT

Vom Leben auf unterschiedlichen Inseln erzählt die Ambiente Sommer- Serie "Insel- & Halbinselklassiker" im heurigen Sommer. Sie führt auf die beiden neuseeländischen Inseln ebenso wie auf die kroatische Insel Hvar, zum Schärenparadies Aland und nach Zypern. Neben der asiatischen Trauminseln Bali besucht er das ostafrikanische Sansibar, den thailändischen Similan-Archipel und Rapa Nui, die Osterinsel, wo alljährlich das Tapati-Fest das größten Kulturfestival Polynesiens stattfindet. Auch die beiden Halbinseln Chalkidiki in Griechenland und Istrien sind Ziel dieses Sommerschwerpunktes von Ambiente.