Veronika Atzwanger

Privat

Veronika Atzwanger, bildende Kunst

Veronika Atzwanger, geboren 1994, studiert seit drei Jahren Bildnerische Erziehung bei Beate Terfloth an der Universität Mozarteum sowie Englisch an der Paris-Lodron Universität in Salzburg. In ihren Arbeiten liest man die Verbindung zwischen Grafik und Bildhauerei, ihre Liebe zu Formen und Materialien.

Was ist Kunst?

Aufgewachsen bin ich mit dem Kunstverständnis, dass Kunst in Museen hängt und in Parks als Skulpturen zu sehen ist. Mittlerweile hat sich dieses Verständnis aber gewandelt, hin zu einem Ort, an dem Menschen zusammenkommen und anhand verschiedenster Mittel und Konzepte über das Leben diskutieren. Ich bin gespannt, was Kunst für mich in Zukunft sein wird. Kunst wird nicht durch eine Definition beschrieben, sondern lässt vielmehr unzählige Beschreibungen zu, die mit gewissen Kunstverständnissen verbunden sind. Auf jeden Fall lässt sich die Kunst nicht auf einen festen, klar umrissenen Kern zurückverfolgen. Diese Offenheit ist gleichzeitig verwirrend und motivierend - und frei.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Mit den unterschiedlichsten Transportmitteln: mit dem Auto, dem Zug, manchmal auch mit dem Flugzeug (via Schule, Reisen, Eltern, Freizeit, Studium, Gespräche,…). Ich bin noch beständig dabei, sie zu bereisen und kennen zu lernen.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Von Interesse grundsätzlich, dann von können, von wollen und schließlich von müssen, weil alles wert wird, darüber nachzudenken und man sich diesem Nachdenken nicht mehr entziehen kann. Es kommt sehr darauf an, wie man mit Materialien (haptisch, textlich, sprachlich, gedanklich etc.) umgehen und sie bearbeiten kann.

Wo würden Sie am liebsten ausstellen?

In meiner eigenen Wohnung inszeniere ich mein häusliches Leben tagtäglich. Bei Ausstellungen wird auch der Umraum ausgestellt. Daher eignen sich Orte wie das eigene Zuhause, ein leeres Schwimmbad, auf einer großen aufgeschütteten Sanddüne, auf Häuserdächern, auch Museen, doch mit winzigen, verwinkelten Räumen, auf einer Terrasse, in einem Zelt in einem Raum, ein Stück freigeschaufeltes Stück Erde in einem Feld – Orte, die eigentlich selbstverständlich erscheinen und durch eine Bespielung Atmosphäre erschaffen.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Als nächstes würde ich liebend gerne mit meiner Mutter ein Projekt starten, auch mit Freunden, die weit weg wohnen, ein Projekt über die Distanz sozusagen. Könnte ich mir noch einige Zusammenarbeiten aussuchen, so wären es Zeichnungen, die durch Gespräche mit Personen wie etwa Peter Handke, Fausto Melotti, Richard Tuttle, Ana Sladetic und Miran Sabic, Arne Bellstorf, Eero Saarinen, Heinrich Böll, Yoko Ono und Jim Jarmusch entstehen.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Der Beruf Künstlerin und Künstler braucht den Markt als existenzielle Grundlage.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Da der Markt Reichweite hat, können tolle Kunstprojekte weitergereicht werden, Leute erreichen. Ob die Arbeiten, die auf dem Markt zirkulieren, ansprechend sind, das entscheidet jede/r selbst.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für ein bewegendes, gutes Buch und ein gemeinsames Essen mit Freunden.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Unterwegs, und ähnlich wie zu heutiger Zeit.

Haben Sie einen Plan B?

Pläne denke ich mir genug und glücklicherweise kommen immer neue dazu.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Wenn, dann habe ich es nicht bewusst miterlebt, ich falle ungern unangenehm auf.

Wollen Sie die Welt verändern?

Nachdem es schwer ist die Welt global zu verändern, konzentriere ich mich fürs Erste auf das Lokale, auf mein Umfeld.