Anna Netrebko

APA/BARBARA GINDL

"Aida" - Anna Netrebkos Rollendebüt

Viele interessante Opernprojekte bieten die Salzburger Festspiele im heurigen Sommer, ganz besondere Aufmerksamkeit bei Opernfreunden und -freundinnen scheint aber die neue Produktion von Giuseppe Verdis "Aida" erregt zu haben. Zum einen zweifellos, da der gestrenge, für seine exakten Umsetzungen der Partituren gerühmte Dirigent Riccardo Muti nach sechs Jahren erstmals wieder eine szenische Operneinstudierung in Salzburg leiten wird.

Zum anderen, da Starsopranistin und Publikumsmagnet Anna Netrebko erstmals die Titelrolle der Aida gestalten wird. Sie folgt damit der legendären Mirella Freni, die 1979 und 1980 bei den bisher einzigen "Aida"-Aufführungen in der Geschichte des Festivals an der Salzach die Titelpartie gesungen hat - damals unter der Leitung von Maestro Herbert von Karajan.

Seit der Uraufführung des "Don Carlos" 1867 hatte der Librettist Camille du Locle dem Komponisten immer wieder Vorschläge für neue Libretti unterbreitet, Verdi wollte jedoch nicht mehr für die Pariser Oper schreiben. Unter den vielen vorgeschlagenen Sujets weckte dann aber doch ein kurzes Exposé einer ägyptischen Oper nach der Erzählung eines französischen Ägyptologen Verdis Interesse Allerdings wollte er keinesfalls eine französische Oper komponieren, weshalb das italienische Libretto von Antonio Ghislanzoni ausgearbeitet wurde.

Nichts als Legenden

Bis in die neuere Literatur hat sich die Legende gehalten, Verdis "Aida" sei zur Eröffnung des Suezkanals bzw. zur Einweihung des Opernhauses von Kairo komponiert worden; beide Annahmen sind jedoch unrichtig. Der Suezkanal wurde schon im November 1869 eröffnet, und das Opernhaus von Kairo hatte seinen Betrieb sogar einige Wochen vorher aufgenommen, übrigens mit Verdis "Rigoletto".

Erst im Frühjahr 1870 hatte Verdi die Handlungsskizze für ein ägyptisches Werk erhalten, dessen Uraufführung ursprünglich für Jänner 1871 geplant war. Doch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden, da aufgrund des französisch-preußischen Krieges die in Paris hergestellten Dekorationen nicht rechtzeitig nach Kairo gebracht werden konnten.

1871 ohne Verdi uraufführt

Die Uraufführung verzögerte sich dadurch um elf Monate und fand schließlich am 24. Dezember 1871 statt - in Abwesenheit des Komponisten, der sich nicht entschließen konnte, nach Kairo zu reisen. Er erlebte sein Werk erstmals bei der Mailänder Erstaufführung im Februar 1872.

Verdis "Aida" ist immer wieder als Ausstattungsspektakel auf die Bühne gebracht worden, überblickt man aber die Handlung und Struktur der Oper genauer, so muss man feststellen, dass es sich bei "Aida" im Grunde - sieht man von der Triumphszene ab - um ein auf wenige Personen konzentriertes Drama handelt. Amneris, die Königstochter, und Aida, die Sklavin, stehen sich dabei gegenüber - und natürlich geht es bei ihrer Rivalität um einen Mann, um den Feldherrn Radames.

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Salzburger Festspiele - Aida

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