Blick vom Festspielhaus zum Dom

Tourismus Salzburg

"Kulturjournal spezial" zur Eröffnung

Mit den Worten "ich wünsche Ihnen offene Ohren, offene Augen und offene Herzen" hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen heute die Salzburger Festspiele offiziell eröffnet. Die Festrede hielt der Schriftsteller und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach. Darin ging es um die Macht des Wahlvolkes; und dass Volksentscheide in Zeiten massiver Meinungsmanipulation die Demokratie auch gefährden können.

Heuer tritt ein fast durchwegs neues Leitungsteam in Salzburg an, mit einem Programm, das, "Strategien der Macht" reflektieren soll. Schauspielchefin Bettina Hering erklärt in dieser Sendung unter anderem, was Gerhard Hauptmanns Drama "Rose Bernd" mit heutigen globalen Kämpfen um Frauenrechte zu tun hat. Neu ist auch der junge kaufmännische Leiter Lukas Crepaz und natürlich Intendant Markus Hinterhäuser, der allerdings schon einmal eine Saison lang die Festspiele interimistisch geleitet hat.

Der lange Auftakt der Festspiele 2017 hat schon vor einer Woche eingesetzt. Mit Tobias Moretti und Stefanie Reinsperger im neuen "Jedermann", und mit der Konzertreihe "Ouverture spirituelle". Diesmal mit Werken von Ockeghem bis Messiaen, die den Übergang vom Leben zum Tod markieren, auch darüber berichten wir.

Ferdinand von Schirachs Rede

"Das Urteilsvermögen des Volkes funktioniert in Krisenzeiten nicht." Das hat im vergangenen Winter Papst Franziskus gesagt. Um dieses Thema kreist die Festspielrede Ferdinands von Schirach. Seine Karriere als Autor hat mit den beiden Erzählbänden "Verbrechen" und "Schuld" begonnen, die auf Fällen aus seiner Anwaltskanzlei basierten. Seine Bücher wie die Romane "Colini" und "Tabu" und sein Theaterstück "Terror" bieten aber nicht nur spannende Einblicke in seinen Gerichtsalltag, sondern fragen auch nach den Möglichkeiten und Grenzen der Rechtssprechung. In seiner Festspielrede erklärt von Schirach, warum die Grundlage der modernen Demokratien - "Alle Macht geht vom Volk aus" - auch ein großes Gefahrenpotential beinhaltet.

Kulturjournal, 27.7.2017

Wolfgang Popp

Ouverture spirituelle

Die Konzerte der vergangenen Festspieltage standen auch heuer wieder unter dem Motto "Ouverture spirituelle". Heuer geht es inhaltlich um "Transfiguration", also Verklärung, jenseits des Todes. Monteverdis Orfeo in der Felsenreitschule, halbszenisch unter John Eliot Gardiner, schlug das Publikum förmlich in Bann. Das groß angelegte Eröffnungskonzert mit "Transfiguration" von Messiaen leitete ein Dirigent, der noch mit dem Komponisten gearbeitet hat, nämlich Kent Nagano.

Sebastian Fleischer

Schauspielchefin Bettina Hering

Salzburger Festspiele / Lukas Beck

Schauspielchefin Bettina Hering

Für die neue Schauspielchefin der Salzburger Festspiele Bettina Hering muss Theater gesellschaftspolitisch verankert sein. Die 1960 in Zürich geborene Dramaturgin und Regisseurin war seit 2012 Intendantin am Landestheater Niederösterreich. Für dieses Eröffnungswochenende bei den Salzburger Festspielen hat sie gleich zwei Theaterpremieren aufs Programm gesetzt: "Die Geburtstagsfeier" von Harold Pinter und "Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann.

Sabine Oppolzer

Gestaltung

  • Dorothee Frank

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