Bodyscape / Behnaz Farahi

KYLE SMITHERS

"Artificial Intelligence" bei der Ars Electronica

Von 7. bis 11. September findet unter dem Motto "Artificial Intelligence - Das andere Ich" die Ars Electronica in Linz statt. 500 Veranstaltungen sind mit 1.050 Mitwirkenden an zwölf Orten programmiert. Hauptspielplatz des Medienkunstfestivals ist zum dritten Mal die PostCity, das ehemalige Postverteilzentrum am Bahnhof.

Mittagsjournal, 31.8.2017

Sabine Oppolzer

Kulturjournal, 31.8. - Festival-Direktor im Interview

Ist es möglich, den Wirtschafts- und Finanzlobbys das Ruder aus der Hand zu nehmen? "Ich bin optimistisch, dass man Menschen sensibilisieren kann. Den Homo sapiens gibt es seit 200.000 Jahren auf diesem Planeten, das ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Wir haben schon schlimmere Dinge überlebt, als die Digitalisierung und die Künstlichen Intelligenz. Aber wenn wird da gut rauskommen wollten, sollten wir mögliche Kollateralschäden vermeiden, und uns bald in diese Debatte einbringen." Gerfried Stocker
Sabine Oppolzer

Emanzipation des Bewusstseins von der Technik

Die Ars Electonica sieht sich nicht als Leistungsschau - sondern will zum Nachdenken auffordern, wie wir mit den von uns geschaffenen Maschinen umgehen. Dem künstlerischen Leiter Gerfried Stocker geht es um das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein in Sachen Künstlicher Intelligenz:

"Entscheidend ist es, dass wir uns nicht zu Tode fürchten, angesichts aller möglicher Szenarien, die da auf uns zukommen. Denn letztendlich sind alle technischen Innovationen immer nur vom Menschen erschaffen worden. Stattdessen müssen wir die Verantwortung übernehmen und die Entwicklung der Technologien so gestalten, dass wir damit gut leben können. Wir wollen zeigen, dass es sich hier nicht um ein Thema der Technik oder der Wirtschaft handelt, sondern um ein Kulturthema."

Philosophischer Diskurs statt Wirtschaftsdiskurs

Stocker meint, in der Geschichte der Menschheit hätten sich die Menschen immer wieder mit ihren technologischen Neuerungen selbst in Gefahr gebracht. Trotzdem existiere der Homo sapiens noch immer. Für ihn ein Grund, auch bei den Systemen Künstlicher Intelligenz optimistisch zu bleiben. Den Interessen der Wirtschafts- und Finanzlobbys soll in Linz ein philosophischer Diskurs entgegengehalten werden.

Neue Formate bei der Ars Electronica

Es gibt neue Formate wie das Opening Symposium mit vier Rednern, einen "Brain Hackathon", an dem mehr als 100 Hacker teilnehmen, Galerieräume für Medienkunst oder die Konferenz "Future in a Nutshell", bei der Experten die wichtigsten Technologien der kommenden zehn Jahre erläutern. Konferenzen zum Festivalthema warten mit Experten aus aller Welt auf, darunter Philosophen und Ethiker sowie lokale Größen wie Informatik-Pionier Sepp Hochreiter und Roboter-Psychologin Martina Mara.

Beim Future Innovators Summit erarbeiten Künstler und Technologen mit Unternehmern gemeinsam neue Lösungen. Namhafte Firmenvertreter, 75 allein aus Japan, unter anderem der Direktor für Olympia 2020 haben sich für dieses Format angemeldet.


"We guide you" durch den thematischen Dschungel

Das Vermittlungsprogramm "We guide you" geleitet die Besucher durch den Dschungel der Formate. Interessanterweise sind es keine Apps oder Audioguides, die die Menschen hier führen - sondern reale Menschen!

Denn das Programm ist so vielfältig und umfangreich, dass man als Musikinteressierter ganze 24 Stunden ausschließlich dem eigenen Genre widmen könnte. Dasselbe gilt für Computeranimation, Kunst, Design und auch für Menschen, die sich für industrielle Neuentwicklungen interessieren.

Konzertnacht mit dem Bruckner Orchester

Die große Konzertnacht am Sonntag steht erstmals unter der Leitung von Markus Poschner, dem neuen Chefdirigenten des Bruckner Orchesters. Die Ingredienzien sind das Bruckner Orchester mit Teilen der 8. Symphonie Bruckners, viel Elektronik und Jazz.


Service

Ars Electronica - 7. bis 11. September 2017

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