Franziska Kabisch

Mirela Baciak

Franziska Kabisch, Critical Studies

geboren 1990 in Münster, lebt und arbeitet in Wien und Hamburg

Beeinflusst aus verschiedenen Kontexten wie Theater, Kunst, Aktivismus und Deutsch-Sprachunterricht, liegt der Fokus meiner Arbeit in den Bereichen Sprache und Sprechen, Schrift und Körper. Ich interessiere mich für Geheimsprachen, das subversive Potenzial von Grammatik oder die (Un-)Möglichkeit von Übersetzungen. Dabei versuche ich, (in Formaten wie Video, Performance, Text, HTML oder Installationen), die Deklinationen meines Körpers umzuschreiben und zu hinterfragen, welchem "wir" ich angehören will oder kann und welchem nicht.

DEKLINATIONEN (CAN I INHERIT MY DEAD PARENTS’ DEBTS?)


Deklinationen (Can I inherit my dead parents' debts?) – Trailer #1 from Franziska Kabisch on Vimeo.

27:50 min, HD, Farbe, Stereo, 2016

Die Kopie einer Kopie einer Kopie ohne Original: Mehr als hundert Professoren hängen an der Wand. Alle schauen gleich aus. Alle schauen mich an. Und es ist nicht ganz klar, ob sie wissen, dass ich ihren Blick zurückwerfe. Der erste Teil der DEKLINATIONEN-Trilogie ist ein Film über Normen und Formen, über Hände und Argumente, über unterschiedliche Körper und körperliches Wissen.

PODIUM


Podium (Trailer) from Franziska Kabisch on Vimeo.

7-Kanal-Installation, mit Film "Podium", 50:00 min, HD, Farbe, Stereo, 2014/15

Was konstituiert einen Experten? Und was passiert, wenn eine Expertin über andere spricht? Wer profitiert vom Konzept des Experten? Und wer nicht? Podium zeigt eine Diskussion mit sechs Teilnehmenden, die sich jedoch nie auf dem Podium begegnet sind. Statt an einem Abend und miteinander zu sprechen, wurden die Diskutant/innen nacheinander eingeladen. Durch ein video-technisches Layering müssen (bzw. können) sie auf dem Podium übereinander sprechen und in das Sprechen der anderen eingreifen.

EIN FILM


EIN FILM from Franziska Kabisch on Vimeo.

3:40 min, found footage, Farbe, Stereo, 2012

Wie sieht ein Haus aus? Was ist das Bild einer Stadt? Oder eines Landes? Wie würde man Frankreich darstellen? Und was bin ich? Was ist die Bezeichnung für mich? Ein Mensch? Eine Frau? Eine Schwester? Eine Studentin? Eine Künstlerin? Eine Kundin? EIN FILM ist ein Film über Namen, Begriffe, Wörter und über die Lücken zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem.

AUSBILDUNG

  • seit 2014 Akademie der bildenden Künste Wien, Master of Arts Critical Studies
  • 2011–2012 Ecole Nationale Superieure des Beaux Arts Paris, Studium Bildende Kunst, (Claude Closky, Marie-José Burki)
  • 2009–2014 Hochschule für bildende Künste Hamburg, Studium Bildende Kunst (Michaela Melián)

AUSZEICHNUNGEN, STIPENDIEN (AUSWAHL)

  • 2017 Pixel, Bytes & Film – Artist in Residence, ORF III, BKA, arte creative und AkBild Wien (zusammen mit Laura Nitsch)
  • 2016 Theodor-Körner-Förderpreis
  • Anerkennungspreis Wettbewerb Körperansichten, FrauenFilmTage und Akademie der bildenden Künste Wien
  • 2014 1. Preis Intervideo Nachwuchspreis
  • 2013 1. Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus (als Kollektiv KLUNKER)
  • Jury Award Festival of Cinémas Différents et Experimentaux de Paris

AUSSTELLUNGEN, SCREENINGS (AUSWAHL)

  • 2016 Das Begreifen, 21er Haus, Wien
  • Attitudes, Bundeskunsthalle, Bonn
  • Die Tauschausstellung, VBKÖ, Wien
  • 2015 Leo Kuelbs Collection, Light Year: Program 8, Manhattan Bridge Projection Series, New York
  • New German Video Art: Your Skin Makes Me Cry, Gallery Loop, Seoul
  • Foveal Experiments, Khoj International Artists’ Association, New Delhi
  • Artificial Labor, Kunstpavillon München
  • 2014 minimalen 26 – Short Film Festival, Trondheim
  • 2013 LA SERRE at mfc2 by LA VILLE RAYÉE, Galerie mfc Michèle Didier, Paris
  • Diskurs ’13 – Festival For Young Performing Arts, Gießen
  • Hamburg International Short Film Festival

ARBEITSVORHABEN

Zusammen mit der Künstlerin Laura Nitsch werde ich an einem Kurzfilm arbeiten, in dem wir uns mit zitternder Stimme und feministischem Sprechen auseinandersetzen. Wir fragen uns, wie wir unsere brüchigen Stimmen trainieren, Atemübungen und Sprechtechniken einsetzen können, um gegen Herrschaft und Unterdrückung zu sprechen; nicht unbedingt mit Worten, aber durch Klang und Rhythmus. Im Film werden wir eine Radiosprecherin, einen Klagechor und viele (Stör-)Geräusche aufeinandertreffen lassen.

Übersicht

  • Ö1 Talentestipendium