Jüdisches Museum Hohenems

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Jüdisches Museum Hohenems

25 Jahre: Interkulturelle Ausstellungs-, Vermittlungs- und Sammlungstätigkeit. Etablierung eines Ortes der Begegnung – zwischen jüdischem Erbe und den Herausforderungen von Migration und Diaspora der Gegenwart

Das Jüdische Museum Hohenems hat in jüngster Zeit zwei Jubiläen gefeiert:
2016 konnte das Haus auf 25 Jahre interkultureller Ausstellungstätigkeit und breiter gesellschaftspolitischer Wirkung zurückblicken und zu diesem Anlass einen breiten Diskussionsprozess mit Experten, Nutzern und Partnern führen.
2017 beging Hohenems den 400. Jahrestag des Hohenemser Schutzbriefes, mit dem die jüdische Geschichte in der Region ihren Anfang nahm. Höhepunkt des Programms zu diesem Anlass war die dritte Reunion der Hohenemser Nachkommen, eine Großveranstaltung, die 180 Nachfahren der jüdischen Familien aus aller Welt zusammenbrachte, von Amerika bis Australien, aus Israel und zahlreichen Ländern Europas, aber auch aus der unmittelbaren Umgebung in Österreich, der Schweiz und Deutschland.

Diese weltweite community prägt das Jüdische Museum Hohenems von Beginn an: es versteht sich als internationaler, regionaler und lokaler Diskursort für Fragen von Migration und Diaspora, des Zusammenlebens in Vielfalt und der Bewahrung und der Erforschung eines interkulturellen materiellen Erbes. In der Präsentation einer exemplarischen Geschichte jüdischen Lebens in Österreich und Europa – und auf dem Wege provozierend aktueller Sonderausstellungen – bietet das Haus einen inspirierenden Rahmen für die Auseinandersetzung mit den Problemen und Chancen einer Einwanderungsgesellschaft und des Umgangs mit dem "Anderen" – und damit einer herausfordernden Begegnung mit sich selbst.

Die thematischen Sonderausstellungen des Museums haben regelmäßig für öffentliche Diskussionen gesorgt, galten aber auch in der Fachwelt für wegweisend in Bezug auf inhaltliche Pointierung oder Ausstellungsgestaltung. Ob mit "Die ersten Europäer - Habsburger und andere Juden", "Was Sie schon immer über Juden wissen wollten - aber nicht zu fragen wagten", "Hast Du meine Alpen gesehen - eine jüdische Beziehungsgeschichte“, "Treten Sie ein, treten Sie aus - Warum Menschen ihre Religion wechseln", "Jukebox. Jewkbox. Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl", "Endstation Sehnsucht. Eine Reise durch Yeruschalayim-Jerusalem-Al Quds" oder gerade aktuell "Die weibliche Seite Gottes" - Ausstellungen des Jüdischen Museums Hohenems wurden immer wieder von Debatten begleitet und sind immer wieder auch als Wanderausstellung begehrt und erfolgreich.

Modellcharakter hat seit vielen Jahren die interkulturelle Vermittlungsarbeit des Museums, die gezielt Angebote zur jüdischen Geschichte aber auch zu aktuellen Fragen wie Migration, kultureller Vielfalt und Umgang mit Flüchtlingen an ein internationales Publikum im Bodenseeraum anbietet, und das im Blick auf die unterschiedlichsten Zielgruppen, die von SchülerInnen und Lehrlingen bis zu wissenschaftlichen Seminaren und Kulturtouristen reichen. Daneben zieht die Europäische Sommeruniversität für Jüdische Studien jedes Jahr Studierende aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zu themenspezifischen internationalen Hochschulwochen nach Hohenems.

Auch in seiner Sammlungs- und Forschungstätigkeit ist das Museum zu einem internationalen Brennpunkt geworden. Neben der Bewahrung des materiellen Erbes der Hohenemser Diaspora sind insbesondere die Datenbanken des Museums ein wirkungsvoller Outreach geworden, der interessierten Menschen den Zugriff auf die wissenschaftliche Arbeit des Hauses, unabhängig von geografischen Einschränkungen ermöglicht. So verzeichnet bspw. die Genealogische Datenbank des Museums zwischen 500 und 1000 Zugriffe pro Tag!

Partnerschaft mit Sponsoren

Arbeit mit Sponsoren bedeutet für das Jüdische Museum Hohenems auch echte Partnerschaften. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Beiträge, die - wie im Falle unseres langjährigen Hauptsponsors, der Firma Collini - durchaus beträchtliche Ausmaße betragen können, oder die Bereitstellung von Sachleistungen wie Hotelzimmer (durch die Fa. Grabher oder das Hotel Schiffle) oder Drucksachen und Buchproduktion wie durch die Fa. Bucher Druck und Verlag.

Das Museum entwickelt seit Jahren vor allem eine Kultur der Zusammenarbeit und des gemeinsamen gesellschaftlichen Engagements mit seinen Sponsoren, auf überregionaler und lokaler Ebene. Gemeinsame Aktivitäten stehen beispielsweise im Zeichen der Mitarbeiterinnen-Bildung: So veranstaltet das Museum immer wieder Projekte im Rahmen der Lehrlingsausbildung mit der Firma Collini zum interkulturellen Selbstbewusstsein, oder unterstützt die Firma Collini bei der kulturell vielfältigen Vorbereitung anderer Firmenveranstaltungen, wie zum Beispiel der Neueröffnung von Werksgebäuden oder Schulungen von Führungskräften.

So veranstaltet das Museum aber auch regelmäßig Mitarbeiterveranstaltung mit der Dornbirner Sparkasse oder anderen lokalen Firmen wie Tectum, oder den lokalen Vereinen zu den jeweiligen Ausstellungen des Museums und ihren Themen.

Sponsoren nutzen das Museum auch für die eigenen Kunden als inspirierenden Veranstaltungs - und Vermittlungsort gemeinsamer Anliegen (die Dornbirner Sparkasse lädt beispielsweise Firmen- und Privatkunden regelmäßig zu geselligen Anlässen ins Museum zu Führungen ein).

Gemeinsames gesellschaftspolitisches Engagement

Anderseits kooperiert das Museum mit verschiedenen Sponsoren und Partnern aus der Wirtschaft, wenn es darum geht eine politische Kultur der Diversität und des Zusammenlebens zu fördern. Dabei geht es auch um gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Kultur und Politik, um die Attraktivität und urbane Qualität der Stadt Hohenems zu erhöhen, bürgerschaftliches Engagement für ein visionäre städtische Entwicklung zu fördern oder das Profil des Kulturtourismus zu schärfen.

So ist das Museum seit Jahren zusammen mit der Fa. Schadenbauer und Lacha bei der Organisation des spartenübergreifenden Hohenemser Kulturfests "Emsiana" aktiv, das aktuelle Fragen der europäischen Entwicklung mit der spezifischen Geschichte der "kleinsten europäischen Metropole" in Beziehung setzt. So beteiligte sich das Museum auf vielfältige Weise gemeinsam mit Hohenemser Firmen am "Hohenemser Visionsprozess" (2013-2015), der bis heute im Rahmen des "Visionscafés" und anderer Bürgerbeteiligungsprozesse fortlebt und nicht zuletzt in einer großflächigen Neugestaltung des innerstädtischen Straßenraums zu einer Begegnungszone und der laufenden Aufwertung des Zentrums durch die Revitalisierung historischer Bausubstanz weitreichende urbane Veränderungen zeitigt.

Und so entwickelt das Museum gemeinsam mit der Vorarlberger Wirtschaftskammer Angebote zur Weiterqualifikation von Akteuren der Hotellerie und Gastronomie im Bereich des Kulturtourismus und zur Verankerung des kulturellen Angebots der Region in einer touristischen Alltagspraxis, die sich auch als gesellschaftliches Modellprojekt im Umgang mit dem "Fremden" erweist.

Gesellschaftliche Verankerung besitzt das Museum darüberhinaus kontinuierlich in seinen zwei Unterstützungsvereinen, dem "Verein zur Förderung des Jüdischen Museums Hohenems" und den "American Friends of the Jewish Museum Hohenems" die beide international agieren und den weltbürgerlichen Geist des Museums und der Jüdischen Geschichte von Hohenems repräsentieren.

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