Lukas Resetarits

APA/ROBERT JÄGER

"Ich möchte als Satiriker Anstöße geben"

Zum 70. Geburtstag von Lukas Resetarits, Gewinner des Österreichischen Kabarettpreises 2017.

Lukas Resetarits

Ich möchte es vorgelebt haben.

"Erfolg bedeutet für mich, nach meinen ethischen Prinzipien zu leben", so hat Lukas Resetarits einmal sein Lebensmotto beschrieben, das vom kategorischen Imperativ im Sinne Kants inspiriert ist. Erich Lukas Resetarits wurde am 14. Oktober 1947 in der Gemeinde Stinatz/Stinjaki im Südburgenland geboren. 1951 übersiedelten die Eltern nach Wien Favoriten. Der Humboldtplatz wurde für Lukas und seinen Bruder Willi zum neuen Mikrokosmos. Um sich in diesem Umfeld als burgenländischkroatischer Bub behaupten zu können, lernte er zuerst Wienerisch und dann erst Deutsch. Denn eines wusste Resetarits schon damals: Man muss rhetorisch überlegen sein, um zu bestehen. So wird die Sprache schon sehr früh sein bevorzugtes Mittel der Polemik, um in Auseinandersetzungen zu reüssieren.

Stützstrumpf statt Kaffee

Die Kraft der Sprache und ihrer Bilder wusste sich Lukas Resetarits auch für seine Bühnenprogramme stets zu Nutze zu machen.

Die Grundlage, erfolgreich Schmäh zu führen, gab ihm ein Stinatzer Großonkel mit, ein fantasievoller Geschichtenerzähler, der mühelos große Gesellschaften zu unterhalten wusste. Von ihm hat Lukas Resetarits gelernt, den Schmäh als wichtigen Teil der Konversation zu begreifen: als eine Art Königsdisziplin, die später für ihn zum Lebenselixier und zur Berufsgrundlage werden sollte. Am 26. Oktober ist es genau 40 Jahre her, dass Lukas Resetarits sein erstes Solokabarett Rechts Mitte Links vorgestellt hat. Auf der Bühne steht er aber schon über 50 Jahre: zuerst gemeinsam mit Willi Resetarits als Rock ’n’ Roller bei Jerry and The GMen, dann als Conférencier der Schmetterlinge im Wiener Folkclub Atlantis und für zwei Jahre als Ensemblemitglied von Kabarett Keif, zusammen mit Erwin Steinhauer, Wolfgang Teuschl, Alfred Rubatschek und Erich Demmer.

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Die 1970er Jahre waren für Lukas Resetarits rückblickend eine sehr prägende Dekade. Das gilt für seine damals relativ neue Rolle als Familienvater ebenso wie für die langsame berufl iche Veränderung vom Flugzeugabwickler in Wien-Schwechat zum Bühnenkünstler. Aber auch die politische Aufbruchsstimmung, der Wille zur Veränderung und das Vertrauen in die Zukunft sind für Resetarits eng mit dieser Zeit verbunden. In Erwartung seines 70. Geburtstags hat sich der Kabarettist heuer ein Programm geschenkt, das seine eigene Biografie und die Zeitgeschichte auf launige und nachdenkliche Weise zusammenführt.

70er - leben lassen nennt er sein 26. Solo, für das er am 20. November mit dem Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet wird. Von der Idee einer positiv besetzten Zielvorgabe inspiriert, lässt er darin die 1970er Jahre Revue passieren. Und da, wie er in seinem Programm erklärt, die 70-Jährigen heute ohnehin als die neuen 50-Jährigen gelten, ist genug Kraft für einen neuen Aufbruch vorhanden.

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