Metro Kino

ALEXI PELEKANOS

"Eine Viennale von und für Hans Hurch"

Am 19. Oktober startet die Viennale. Im Wiener Metro Kinokulturhaus hat gestern Abend Franz Schwartz, der die Leitung des Festivals nach dem überraschenden Tod von Hans Hurch im Sommer interimistisch übernommen hat, das Programm präsentiert. Und schon bei der Begrüßung machte Schwartz gestern deutlich, wie sehr dieses Festival noch die Handschrift von Hans Hurch tragen wird.

Morgenjournal | 11 10 2017

Benno Feichter

Viennale-Direktor Franz Schwartz

APA/ROLAND SCHLAGER

Viennale-Direktor Franz Schwartz

Highlights aus Venedig und Cannes

"Herzlich willkommen zur letzten Viennale von Hans Hurch", sagte Schwartz eingangs. Etwa zwei Drittel des Programms hat bereits Hurch ausgewählt. Er habe dann versucht, sich an den bereits eingeplanten Filmen zu orientieren, so Franz Schwartz: "Ich habe dann zuerst den Fehler gemacht, bei der Auswahl auch wie Hans denken zu wollen, dabei war unsere Einstellung gegenüber dem Kino ohnehin eine sehr ähnliche."

Das Viennale-Programm 2017 liest sich dabei gewohnt bunt. Der Goldene-Löwen-Gewinner "The Shape of Water" ist ebenso zu sehen wie das in Cannes mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnete Aidsdrama "120 Schläge pro Minute", die US-Satire "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" oder "Loveless" von Andrey Zvyagintsev.

Der russische Regisseur erzählt darin von der Scheidung eines jungen Paares, während der der gemeinsame Sohn plötzlich verschwindet. Das Private wird hier zum Ausgangspunkt für allgemeiner formulierte gesellschaftliche und soziale Themen. Ein Zugang, so Franz Schwartz, der sich im heurigen Programm öfter finde: "Bei vielen Spielfilmen hatte ich den Eindruck, dass eine innerfamiliäre Perspektive gesucht, und davon ausgehend das große Ganze verhandelt wird."

Woody Allen, Richard Linklater und Mathieu Amalric

Zahlenmäßig am stärksten sind dabei das US-amerikanische sowie das französische Kino vertreten. Gezeigt werden unter anderem die neuen Regiearbeiten von Woody Allen und Richard Linklater, von Claire Denis und Mathieu Amalric. Das österreichische Kino ist mit drei Dokumentar- und mehreren Kurzfilmen sowie den zwei Spielfilmproduktionen "Abschied von den Eltern" sowie Barbara Alberts "Licht" bei der diesjährigen Viennale vertreten. Letzterer erzählt vom Erblinden des Wiener Klavierwunderkindes Maria Theresia Paradis Ende des 18. Jahrhunderts.

Eröffnet wird das Festival mit der US-amerikanischen Produktion "Lucky", der letzte Film mit dem kürzlich verstorbenen Charakterdarsteller Harry Dean Stanton. Und wie schon seit Ende September bekannt ist: Als Stargast kommt heuer Oscar-Preisträger Christoph Waltz nach Wien.


Sparmaßnahmen und eine neue Festivalzentrale

Franz Schwartz musste dabei nach dem überraschenden Rückzug eines Hauptsponsors die Viennale 2017 mit veränderten finanziellen Rahmenbedingungen planen: "Für 2018 schaut es gut aus, was einen neuen Hauptsponsor betrifft. Für heuer haben wir viele kleinere Sponsoren dazugewinnen können und kleine Sparmaßnahmen getroffen. Aber ich hoffe, dass man davon nichts merkt." Dem Programm merkt man die Sparmaßnahmen jedenfalls nicht an.

Die heurige Viennale geht vom 19. Oktober bis zum 2. November an den gewohnten Spielstätten, aber mit neuem Festivalzentrum in der Kunsthalle Wien. Der Ticketverkauf startet bereits Samstag 14. Oktober.


Service

Tickets für die Ö1 Viennale Frühstücksfilme erhalten Sie ab Samstag, 14. Oktober 2017, 10:00 Uhr: T (01) 526 59 47 69 oder Vorverkaufsstellen
Viennale - 19. Oktober bis 2. November 2017

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