Gardner (Matt Damon) und Nicky (Noah Jupe)

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George Clooney verfilmt "Suburbicon"

Die Brüder Joel und Ethan Coen sind bekannt für den schwarzen Humor in ihren Filmen. Auch das Drehbuch zum "Suburbicon" ist voll davon, geschrieben haben es die Coens bereits in den 1980er Jahren, allerdings selbst nie verfilmt. George Clooney, als Schauspieler ein Stammgast in den Filmen der Coens, hat diese Aufgabe nun übernommen und die Geschichte rund um mörderische Intrige mit Matt Damon und Julianne Moore in den Hauptrollen verfilmt.

Mittagsjournal | 07 11 2017

Arnold Schnötzinger

Suburbicon ist so etwas wie eine Vorzeigesiedlung für den amerikanischen Mittelstand in den 1950er Jahren - den Weißen, wohlgemerkt. Von überall in den Staaten ziehen Familien dorthin. Selbst aus Mississippi, wie ein Werbespot betont. Ein Reißbrettidyll also, geradezu aufgelegt für Verbrechen im Kino, für einen Überfall und einen Mord.

Julianne Moore in der Küche

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Coen-Drehbuch

Zwischen den pastellfarbenen Fassaden der Häuser und dem düsteren Innenleben ihrer Bewohner klaffen jene Verlogenheit und Diskrepanz, mit der sich das Scheitern von Menschen an ihrer Selbstüberschätzung herrlich zelebrieren lässt. Die Idee, also das Drehbuch dazu stammt aus der Schublade von Joel und Ethan Coen, Regisseur George Clooney hat es nun wiederbelebt.

Unglück und Unvermögen

Dass bei besagtem Überfall ausgerechnet die im Rollstuhl sitzende Frau von Gardner Lodge (Matt Damon), dem Finanzchef einer Werbeagentur, ermordet wird, macht Menschen stutzig. Etwa einen Polizisten, der aber in die falsche Richtung schaut, oder einen Versicherungsvertreter, der eine Spur wittert. Ein Kleinbürger wird entzaubert. In einer Mischung aus unglücklichen Umständen und eigenem Unvermögen verlieren fast alle Figuren Gewissheiten und die Bodenhaftung, sind dabei dem schwarzen Humor der Coens gnadenlos ausgeliefert.

Dunkelhäutige Frau hängt Wäsche auf, angefeuert von weißen Männern

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Minderheit als Sündenbock

Neben einer Mordintrige als Handlungsfaden zieht Regisseur Clooney die Hauptschlagader des Films fast beiläufig ein, die wütenden Proteste der Weißen gegen eine afroamerikanische Familie in Suburbicon. "Minderheiten zu Sündenböcken zu machen, das ist der eigentliche Fokus des Films" meint George Clooney. Während sich bei den Coens der Humor meist ungemein organisch bis zum bitteren Ende fügt, fühlt sich Clooneys Film manchmal so an, als würde man ein nicht passendes Teilchen in ein Puzzle mit Gewalt einpassen. Am grundsätzlichen Vergnügen an "Suburbicon" ändert das aber wenig.

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