Goldfolie und Schlagzeug

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

30 Jahre "Radiokunst" in Ö1

Die Ö1 Sendereihe "Radiokunst - Kunstradio" wird 30 und feiert am 1. Dezember mit neuen Radiokunstarbeiten u.a. von Gordan Paunovic, Robin Rimbaud und Sarah Washington.

Schon seit unglaublichen 30 Jahren kann in Österreich 1 mehr oder weniger wöchentlich aktuelle, zeitgenössische Radiokunst in der Sendereihe "Kunstradio" gehört werden, die seit Mai 2017 "Radiokunst - Kunstradio" heißt und sonntags um 23:03 Uhr im Rahmen des "Ö1 Kunstsonntags" ihren Sendeplatz hat.

Kunstkritische und -politische Reflexion

Im Herbst 1976 entstand unter dem Titel "Kunst heute" eine eigene monatliche Sendung für zeitgenössische bildende Kunst, und ab 1977 wurden in der Rubrik "Kunst zum Hören" Soundarbeiten von bildenden Künstlern und Künstlerinnen vorgestellt. 1984 wurde "Kunst heute" in "Kunstradio" umbenannt und wöchentlich ausgestrahlt. Geboten wurde vor allem Aktuelles aus dem Kunstgeschehen sowie kunstkritische und kunstpolitische Reflexion.

1987 verwandelte die Journalistin und Kuratorin Heidi Grundmann diese "Kunstradio"-Sendung unter dem neuen Sendetitel "Kunstradio - Radiokunst" in einen Ort und Schauplatz von Kunst. Seit der ersten Sendung im Dezember 1987 werden Arbeiten von Künstlern und Künstlerinnen aus allen Bereichen der Kunst - bildende und Medienkunst, zeitgenössische Literatur und Musik - präsentiert, die speziell für das Medium Radio und auch für seine Erweiterung in andere Medien entwickelt werden.

Im Studio, live oder vernetzt

Viele Produktionen entstanden und entstehen entweder in akribischer Studioarbeit oder sehr oft auch live im ORF-Funkhaus in enger Zusammenarbeit mit den ORF-Tonmeistern und -Tonmeisterinnen, andere entstehen in den Künstlerstudios in aller Welt, häufig auch in Vernetzung mit anderen Künstler/innen, Künstlergruppen, Kunstvereinen, Kunstfestivals in Österreich und rund um den Globus.

Viele innovative Ö1 "Kunstradio"-Projekte entstanden auf Anregung von Künstlern und Künstlerinnen, so auch 1995 Kunstradio online (kunstradio.at), das sich zu einem der weltweit größten Radiokunstarchive entwickelt hat und Schauplatz war für weltumspannende vernetzte Projekte wie Horizontal Radio (1995) oder Schwittradio (1999) - und noch immer ist für die jährlichen Art’s-Birthday-Feierlichkeiten.

Kasperlmaschine

SABINE PICHLER

Dem Wandel nachspüren

Alle Projekte und die wöchentliche Sendung versuchen immer, den künstlerischen Umgang mit dem Medium Radio und seinen permanenten Veränderungen sowie der Radiokunst nachzuspüren. Auch in theoretischen Auseinandersetzungen wurde das Thema Radiokunst erforscht und durchleuchtet. Zuletzt während des Ars-Electronica-Festivals 2017 in Zusammenarbeit mit der Anton Bruckner Privatuniversität.

Am 1. Dezember wird in der Spezialsendung des "Ö1 Kunstradios" ebenfalls die Radiokunst weiter erforscht, mit neuen Arbeiten und auch Liveperformances unter anderem von Gordan Paunovic, Lale Rodgarkia-Dara, Roberto Paci Dalò, Sarah Washington, Gözen Atila und Peter Courtemanche.

Service

kunstradio.at

Gestaltung