Stefan Herheim

APA/HERBERT NEUBAUER

Stefan Herheim wird das Theater an der Wien leiten

Heute wurde der norwegische Regisseur Stefan Herheim als neuer Leiter des Theaters an der Wien ab 2022 vorgestellt. Herheim gilt als Erneuerer und Provokateur. Er hat unter anderem bei den Salzburger Festspielen inszeniert. Bis zu seinem Amtsantritt wird der amtierende Intendant, Roland Geyer, weiter das Haus leiten.

Stefan Herheim, der perfekt Deutsch sprechende und in Berlin lebende Opernregisseur, gebürtiger Norweger, ist zweifelsohne eine gute Wahl. Auch wenn die Konkurrenz hochkarätig war: Die Dirigenten Teodor Currentzis und Marc Minkowski sollen dabei gewesen sein, was nur zeigt, wie sehr das Theater an der Wien auf seine internationales Renommee stolz sein kann. Ein solches hat auch Stefan Herheim, der damit zum ersten Mal eine Intendanz übernehmen wird.

Erneuerer und Provokateur

Wenn man nur an Österreich denkt : Da war zu Beginn seine skandalumwitterte Inszenierung von Mozarts "Entführung" bei den Salzburger Festspielen, und ebendort später seine gelungene Inszenierung von Wagners "Meistersinger", am Grazer Opernhaus ein umjubelter "Xerxes" von Händel, weniger gelungen - die "Salome" bei den Osterfestspielen in Salzburg.

Herheim gilt als Erneuerer und Provokateur, als einer, der viel kann: Oper sei sein Leben, lässt er heute schriftlich durch das Theater an der Wien wissen. Interessant wird auch sein, wie Stefan Herheim am Theater an der Wien, und die neue Staatsoper unter Bogdan Roscic und Philipp Jordan sich vielleicht auch gegenseitig anspornen und befruchten.

Musicalchef Struppeck verlängert

Viel weniger spannend und eher als pragmatisch ist die Verlängerung des Vertrages des Musicalchefs einzuschätzen: Christian Struppeck wird weiter fünf Jahre über Raimundtheater und Ronacher walten, obwohl ihm gerade im letzten halben Jahr viel Kritik entgegenschlug - manchmal auch sehr berechtigte. Den Plan, einen gemeinsamen Chef für Musical und Oper zu finden, hat man bei den Vereinigten Bühnen offenbar wieder aufgegeben. Der Spagat wäre wohl deutlich zu groß.



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