Von Christoph Kiefhaber gestaltetes CD-Cover (Ausschnitt)

ORF

"Zeit-Ton"-CD von Lukas Haselböck

Wissenschaftler, Lehrender, Sänger, Komponist. All das ist der Wiener Musiker Lukas Haselböck und so hat er auch einen besonderen Sinn für die Rezeption von Musik: "Sinn und Sinnlichkeit lassen sich nicht voneinander trennen. Die Sinnlichkeit des Klangs als Klang ermöglicht es uns, hinter Sinnhorizonte zu blicken. Dort stiftet die Wahrhaftigkeit klangsinnlicher Erfahrungen neuen Sinn. Bewusst oder unbewusst beschäftigt mich all dies, wenn ich Vokalmusik komponiere."

"vor dem verschwinden II" für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello nach Andrea Heuser (2012/13)

Lukas Haselböck

Klara Haselböck

ORF-CD 3217
Die neue CD enthält Lukas Haselböcks Vertonungen von Texten von Andrea Heuser, H.C. Artmann, Nelly Sachs und Paul Celan sowie von Theodor W. Adorno.

"Etwas in mir zum Klingen bringen"

"Die auf dieser CD zusammengestellten Vokalstücke sind höchst unterschiedlich. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten: Eine besteht in Kriterien der Textauswahl. Hier ist mir vor allem eines wichtig: Ein Text soll etwas in meinem Inneren zum Klingen bringen. Im Idealfall ist er für mich - wie auch der Klang, den ich mit diesem Text assoziiere - in seinem Sosein atmosphärisch wahrhaft und stimmig. Damit verbinde ich die Hoffnung, dass auch in der Hörerin oder im Hörer eine Saite in Schwingung versetzt wird – vielleicht ist es zufällig die gleiche, vielleicht eine andere. Diesen Prozess der Kommunikation hoffe ich durch Musik zu ermöglichen."

Trackliste

1.-5. vor dem verschwinden II
6.-8. mei schdimm en da nocht
9. jenes Licht
10. Traumprotokolle
11.-14. do reit me a koischwoazza kefa

Der Komponist

Lukas Haselböck wurde in Wien geboren und studierte Musikwissenschaft, Komposition und Gesangspädagogik in Wien. Seit 2000 unterrichtet er am Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung an der Wiener Musikuniversität. Er komponierte instrumentale und vokale Kammermusik, mehrere Solokonzerte sowie Kurzopern für Ensembles wie das Hugo-Wolf-Quartett, das Alban-Berg-Ensemble, sirene operntheater und das Ensemble die reihe. Seit 2010 organisiert er die Neue-Musik Konzertreihe "cercle". Derzeit arbeitet er an einer Oper über das Schicksal von Margarethe Ottilinger, einer Persönlichkeit der österreichischen Nachkriegszeit.

Als Wissenschaftler hielt Haselböck zahlreiche Vorträge, organisierte Symposien und publizierte Schriften vor allem über die Musik des 20. Jahrhunderts (Schwerpunkte: Wiener Schule, Gérard Grisey, Friedrich Cerha, Klangfarbe).

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