"Die Spinne und die Fliege"-Nebel

NASA/JPL-Caltech/2MASS

Nicht alles echt - Bilder des Weltraums

Mit der Digitalisierung und vor allem auch mit Big Data, dem Sammeln riesiger Datenmengen, hat die Astronomie völlig neue Möglichkeiten bekommen, den Weltraum in Bilder zu fassen.

Nicht nur für die wissenschaftliche Darstellung, sondern vor allem in der Produktion von Bildern für PR Zwecke sind die Bildbearbeiter dabei immer erfindungsreicher geworden. Für den Laienbetrachter ist die Unterscheidung zwischen echter Fotografie und digitaler Kunst schier unmöglich geworden.

Ein schwarzes Loch

NASA/JPL-Caltech

Die künstlerische Ilustration eines supermassiven schwarzen Lochs. Das schwarze Loch im Zentrum ist umgeben von einer Akkretionsscheibe, die aus Gasen und Staub besteht, die von dem schwarzen Loch angezogen werden. Aufgrund der Computeranimationen ist dieses Bild so fotorealistisch, dass es schwer von realen Bilden zu unterscheiden ist.

Der Marsrover

NASA

Der "Marsrover" steht in einer rötlich-braunen Steinwüste und hält mit einem Arm eine Kamera auf sich gerichtet, er macht ein Selfie. In Wirklichkeit ist dieses Bild aber alles andere als ein Schnappschuss. Es ist das Ergebnis einer höchst aufwendigen Bildbearbeitung, in der eine Vielzahl von Aufnahmen zu einem Bild zusammennmontiert wurden.

"Wo da der wissenschaftliche Sinn sein soll ist fragwürdig, aber wenn man das Ganze von einer Art Public Relations Perspektive betrachtet oder man darauf Augenmerk legt, dass es darum geht, medial präsent zu sein um jeden Preis, dann hat das Bild natürlich schon wieder eine ganz andere Funktion", meint der Wissenschaftsforscher Andreas Vogl von der Johannes Kepler Universität Linz, der sich mit Weltraumfotografie beschäftigt.

Auf dem Mars

NASA

Ein Bild der Marsoberfläche. Blau als Farbe kommt aber auf dem Mars gar nicht vor. Die Aufnahme wurde nachbearbeitet. Im Prinzip sind alle Farbkanäle, wenn sie mit Raumsonden aufgenommen werden, einmal Graustufendarstellungen, und erst in der Bildbearbeitung wird dieser Graustufendarstellung ein Farbton zugeordnet. Je nachdem welcher Filter bei der Aufnahme verwendet wurde werden dann eben bestimmte Farbanteile im Bild sichtbar.

Letztendlich ist das, was wir in den Medien zu Gesicht bekommen, oftmals eine Art kulturelle Interpretation des Weltalls. Die Bildbearbeitung orientiert sich nämlich an unseren bisherigen Erfahrungswerten. Kontraste und Farben werden angepasst, um unsere Sehgewohnheiten zu bedienen. Beispielsweise, wenn Schatten eingefügt oder erdähnliche Lichtverhältnisse geschaffen werden. Oder eben künstlich eingefärbt wird.

Der Planet  Kepler-20e

NASA/Ames/JPL-Caltech

Der Exoplanet Kepler-20e. Es ist der erste erdgroße Planet, der außehalb unseres Sonnensystems entdeckt wurde. Hier handelt es sich um eine Computersimulation.

Dunkle Materie

Tom Abel & Ralf Kaehler (KIPAC, SLAC), AMNH

Dieses Bild zeigt die mögliche Verteilung der Dunklen Materie in unserem Universum. Es ist eine Computersimulation, da Dunkle Materie unsichtbar ist. Die Dunkle Materie gilt als gängige Erklärung dafür, dass sich Sterne und Galaxien nicht so bewegen, wie allein auf Grund ihrer sichtbaren Masse zu erwarten wäre. 85 Prozent der gesamten kosmischen Gesamtmaterie sollen aus Dunkler Materie bestehen. Durch die Schwerkraft dieser unsichtbaren Materie werden Galaxien und Galaxienhaufen stärker zusammengehalten, als es durch die sichtbare Materie möglich wäre. Die goldenen Punkte auf dem Bild stellen die sichtbare Materie unseres Universums dar, also Sterne, Galaxien usw. Solche Computersimulationen sind eine gute Form statistische Daten von Observatorien darzustellen.

Eine ältere Frau hält sich die Hand vor das Gesicht

APA/DPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND