Christina von Braun

MILENA SCHLÖSSER

Christina von Braun - Zeitgenossin im Gespräch

Die Kulturwissenschafterin, Dokumentarfilmerin und Autorin Christina von Braun ist am 25. Februar zu Gast bei Renata Schmidtkunz in den Sträußelsälen des Theaters in der Josefstadt.

In ihren zahlreichen Arbeiten widmet sich von Braun verschiedenen Themen wie der Entnazifizierung, der Geschichte der Schönheit, der Kulturgeschichte des Geldes, der Säkularisierung, dem Antisemitismus und dem Judenhass. Von 1994 bis 2012 hatte sie einen Lehrstuhl für Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. 1997 gründete sie dort den Studiengang Gender-Studies. Von 2012 bis 2013 war sie die Sprecherin des neu gegründeten Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

In ihrem jüngsten Buch: "Blutsbande. Verwandtschaft als Kulturgeschichte" setzt sich Christina von Braun mit der Frage auseinander, wie sich unsere Vorstellungen von Verwandtschaft entwickelten. "Für die Kultur des Westens sind ‚Blutsbande‘ auch die Basis von Verwandtschaft", stellt Christina von Braun fest.

Die Familiengeschichte der Autorin selbst ist geprägt von schier unvereinbaren Gegensätzen: Christina von Braun ist die Tochter des Diplomaten Sigismund von Braun, der 1939 der NSDAP beitrat und ab 1943 als Legationssekretär in der Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom tätig war. Von Brauns Großmutter war Hildegard Margis, eine Frauenrechtlerin, jüdisch und im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. 1944 wurde sie verhaftet und starb im Frauengefängnis Barnimstraße in Berlin an den Folgen der Gestapo-Folter. Christina von Brauns Onkel war Wernher von Braun, der für die Wehrmacht an der Entwicklung der weltweit ersten funktionsfähigen Großrakete beteiligt war. Über ihn sagt Christina von Braun, er habe "mit den größten Verbrechern des 20. Jahrhunderts kollaboriert."

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz spricht die Kulturwissenschafterin, Autorin und Filmemacherin über ihr neues Buch, ihre Familiengeschichte und ihre Forschung.

Veranstaltungsinformation

  • Sonntag 25. Februar 2018, 11:00
  • Sträußelsäle des Theaters in der Josefstadt
  • Tickets unter Tel. (01) 42 700-300 oder www.josefstadt.org
  • Kartenpreis: EUR 10,50; Ermäßigung für Ö1 Club-Mitglieder: 10 Prozent
  • Die Eintrittskarten sind an den Kassen der Josefstadt erhältlich:
  • Theater in der Josefstadt, 1080 Wien, Josefstädter Straße 24
  • Kammerspiele der Josefstadt, 1010 Wien, Rotenturmstraße 20
  • Öffnungszeiten: werktags Mo bis Fr von 10.00 Uhr, Sa, So und Feiertag von 13.00 Uhr, jeweils bis zum Beginn der Abendvorstellung.
  • An Tagen, an denen eine Matinee stattfindet, öffnet die Kasse bereits eine Stunde vor Beginn.
  • Bankomatzahlung ist möglich.

Ausstrahlung

Das Gespräch wird am 1.3.2018 um 21.00 Uhr sowie am 2.3. um 16.05 Uhr in der Sendereihe "Im Gespräch" auf Ö1 ausgestrahlt.