Bengalischer Tiger aus der Menagerie in Schönbrunn, Matthias Schmutzer, Aquarell, um 1799

ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK

Schatzkammer des Wissens

"650 Jahre Österreichische Nationalbibliothek" - unter diesem Motto steht die Jubiläumsausstellung "Schatzkammer des Wissens". Mit über zwölf Millionen Büchern, Globen, Papyri, Landkarten und Fotografien ist die ÖNB weltweit eine der wertvollsten Bibliotheken. So beherbergt sie etwa acht kulturgeschichtlich einzigartige Dokumente, die von der UNESCO mit dem Titel "Weltdokumentenerbe" ausgezeichnet wurden, darunter den erst kürzlich ausgezeichneten Wittgenstein-Nachlass.

Mittagsjournal | 24 01 2018

Sabine Oppolzer

Mittagsjournal 24 01 | Interview

Generaldirektorin Johanna Rachinger im Gespräch über Orte der Ruhe, Speicherung der Bücher und das Haus der Geschichte.

Ein Prachtband, ganz in Gold geschrieben ist der Gründungskodex der Österreichischen Nationalbibliothek - 650 Jahre alt und verfasst von Johannes von Troppau. Weitere Highlights, die sonst aus konservatorischen Gründen selten zu sehen sind, wie das Original des Mozart-Requiems, werden in der Ausstellung "Schatzkammer des Wissens" zu sehen sein.

In seiner ersten Benützungsbewilligung 1726 verfügte Karl VI., dass Schwätzer und Herumspazierer nicht zugelassen werden sollten. Kaiser Franz Josef machte es sich später im Prunksaal mit Teppichen und Zimmerpflanzen gemütlich.

Im Wandel der Zeit

Die Österreichische Nationalbibliothek verwandelte sich seit ihrer Gründung von der privaten Schatzkammer der Habsburger über die Ruhmesbibliothek von Kaiser Karl VI., bis hin zur heutigen Nationalbibliothek.

Im Revolutionsjahr 1848 wurde die Hofburg in Brand geschossen und die Bibliothek beschädigt, 1930 sollte ein Hochhaus mit 26 Stockwerken errichtet werden, in dem auch die Bibliotheken der Universität Wien und der TU vereint werden sollten.

1938 beim Einmarsch Hitlers wurde der Leiter der Österreichischen Nationalbibliothek sofort verhaftet und ersetzt durch den Nationalsozialisten Paul Heigl, der ganze Wagenladungen von jüdischen Bibliotheken raubte, unter anderem von den Familien Schnitzler und Rothschild.

Virtuelle Bibliothek

Seit dem Dienstantritt von Generaldirektorin Johanna Rachinger in der ÖNB 2001 wurde ernsthaft mit den Restitutionen begonnen und 47.000 Objekte restituiert. Die Österreichische Nationalbibliothek ist das Gedächtnis der Nation, das auch der medialen Revolution in Form von Digitalisierung die Stirn bietet.

In einem Projekt mit Google sollen 600.000 Bücher digitalisiert werden - mit dem Ziel einen demokratischeren Zugang zum Wissen kostenfrei zu ermöglichen. Gerade ist man dabei, 14.000 Luftaufnahmen aus Österreich aus den 1930 Jahren gemeinsam mit den digitalen Usern aufzuarbeiten, von denen man sich einiges an Spezialwissen erwartet.

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