Gernot Blümel

APA/HERBERT NEUBAUER

Blümel will Weltkulturerbe Wien erhalten

Das "Weltkulturerbe Wien" war heute Thema einer Pressekonferenz am Ballhausplatz, zu der Gernot Blümel eingeladen hatte, seit Jänner der neue Bundesminister im Bundeskanzleramt für Kunst, Kultur, Medien und EU. Gemeinsam mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache kommunizierte er seine Pläne, den UNESCO-Weltkulturerbe-Status für Wien zu erhalten. Denn seit Juli 2017 ist Wien wegen des Hochhausprojektes am Heumarkt bedroht, diesen Status zu verlieren.

Mittagsjournal | 01 02 2018

Sabine Oppolzer

Nur drei Städte weltweit

Als besondere Auszeichnung bezeichnete Minister Gernot Blümel den Weltkulturerbe-Status für Wien. Weltweit dürfen sich nur drei Hauptstädte damit schmücken: Rom, Prag und eben Wien. Insgesamt gibt es über 1.000 Weltkulturerbe-Stätten, von denen nur 54 auf der roten Liste stehen. Die meisten, weil sie von bewaffneten Konflikten oder Naturkatastrophen bedroht sind, bei nur vier davon seien politische Planungsversäumnisse verantwortlich, wie Blümel erklärte.

"Konzeptlose Stadtplanung der rot-grünen Stadtregierung"

Laut Blümel ist es das große Problem der rot-grünen Stadtregierung, dass es keine konkreten Planungsvorgaben gibt. Dadurch erscheinen ihm die Vorgaben der UNESCO umso wichtiger: "Die geben zumindest klare Richtlinien vor. Man hat sich dazu bekannt und solle diese nun auch einhalten", meinte Blümel. "Dieser Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, ist ja nur ein weiterer Baustein, in einer ganzen Reihe von Verfehlungen."

"Heumarkt-Gegner sind keine Fortschrittsverhinderer"

Zu dem oft vorgebrachten Argument, Gegner des Hochhausprojektes am Heumarkt seinen Fortschrittsverhinderer, meinte Blümel: "Die Kernzone, des Weltkulturerbes Innere Stadt, umfasst nur 0,9 Prozent des gesamten Baubestandes in Wien. Da könnte man sich schon bemühen, dort besondere Sorgfalt walten zu lassen, wenn es um stadtplanerische Ideen geht. Man kann wirklich nicht sagen, es hemmt die Entwicklung, wenn es lediglich um 0,9 Prozent der Gebäude geht."

Verbot weiterer Hochhäuser in der Ringzone

Blümel sprach sich zudem gegen weitere Hochhäuser in der Ringzone aus und regte an, im Otto-Wagner-Gedenkjahr 2018 auch die Steinhofgründe für die Weltkulturerbe-Liste vorzuschlagen. Die derzeitige Pattstellung in der Diskussion zwischen UNESCO-Weltkulturerbe-Kommission und Österreich will der Kulturminister durch einen unabhängigen Expertenrat wieder in Schwung bringen.

Die Bundesregierung will bis zum Herbst sämtliche rechtliche Möglichkeiten prüfen und dann wieder mit einem Bericht an die UNESCO herantreten. Blümel: "Auf Basis der Ergebnisse der unabhängigen Expertenkommission werden wir einen Weg für einen Kompromiss suchen."

Vizekanzler Heinz-Christian Strache nannte sich selbst "Prinz Eugen" des Weltkulturerbes.

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