Jerusalem

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Impressionen aus Israel

Es war der 14. Mai 1948, der letzte Tag des Britischen Mandats, als David Ben Gurion, der erste Ministerpräsident, die Gründung des Staates Israel ausrief: „kraft des natürlichen und historischen Rechts des jüdischen Volkes“, wie er sagte und basierend auf einer Resolution der Vereinten Nationen. Heuer feiert Israel sein 70-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass lädt Ambiente zu einer akustischen Reise nach Jerusalem und in den Großraum Tel Aviv.

Die Vision von einem konstruktiven Miteinander und einem Leben jenseits antisemitischer Aggressionen inspirierte einst Theodor Herzl zur Idee des Zionismus als politische und gesellschaftliche Lebensform. Der 1860 in Budapest geborene Sohn eines Kaufmanns kam als Redakteur des Feuilletons der Wiener "Neuen Freien Presse" nach Paris. Dort führte ihn die Affäre um den aus antisemitischem Ressentiment verurteilten Hauptmann Afred Dreyfus dazu, sich für einen selbständigen jüdischen Staat zu engagieren. Am Herzlberg in Jerusalem, nicht weit von der Holocaust-Gedenkstätte Yad WaShem entfernt, befindet sich das Herzl Museum, das eine audiovisuelle Reise zu Theodor Herzls ursprünglicher Idee eines jüdischen Staates bietet.

Das Grab Theodor Herzls

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"Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen" – dieses Lebensmotto von Theodor Herzl ist in der Ausstellung allgegenwärtig. In den vier Räumen des Museums dienen die Wände als Projektionsfläche für die eingespielten Filmsequenzen. Als Referenz an Herzl, der ursprünglich Dramaturg werden wollte, spielt sich die Rahmenhandlung der audiovisuellen Aufarbeitung seiner Biographie im Theatermilieu ab. Ein Regisseur versucht seinen Schauspieler, der von Theodor Herzl gerade einmal den Namen kennt, für dessen Lebenstraum zu begeistern. Im an das Museum angrenzenden Schulungszentrum kann man sich auf interaktiven Bildschirmen im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild davon machen, welche Träume von Herzl zur israelischen Wirklichkeit geworden sind und was Vision geblieben ist.

  • Street Art

    Graffiti in Neve Tzedek, einem Viertel im Südwesten von Tel Aviv.

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  • Platz in Israel

    In der Altstadt von Jerusalem

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  • Strand in Tel Aviv

    Am Strand von Netanya, nördlich von Tel Aviv

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  • Gewürzladen in Israel

    Kräuter und Gewürz-Farm in Beit Lehem Haglilit, westllich von Nazareth

  • Brunnen in Israel

    Teddy Kollek Park der Jerusalem Foundation in Jerusalem, gegenüber vom Jaffo-Tor

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Einen Beitrag zur friedlichen Koexistenz von Juden und Arabern zu leisten, das ist der Grundgedanke der Max-Rayne-Hand-in-Hand-Schule in Jerusalem. Sie ist die größte von fünf pädagogischen Hand-in-Hand Einrichtungen im Land, die den gemeinsamen, jüdisch-arabischen Unterricht offensiv anbieten. Ziel dieses multikulturellen Schulsystems ist es, jüdische, christliche und muslimische Kultur gleichberechtigt zu vermitteln. Seit 2007 ist die Max Rayne Hand-in-Hand-Schule auf einem neuen Campus untergebracht, der zwischen dem jüdischen Viertel Patt und dem arabische Dorf Beit Safafa liegt. „Eltern haben mir einmal erzählt, sie wären wirklich froh, dass ihre Tochter bei dem Namen Osama an Yasmins Vater denkt und nicht an Osama bin Laden. Wenn ich Osama höre, denke ich nicht an Yasmins Vater. Die Kinder lernen einander kennen, ohne zu wissen, wer arabischer oder jüdischer Herkunft ist“ erzählt die Lehrerin Efrat Meier.

Die Skyline von Tel Aviv

Die Skyline von Tel Aviv

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Jüdische Architekten brachten ab 1930 die Einflüsse der klassischen Moderne nach Tel Aviv. Das war der Beginn der weißen Stadt. Gebäude mit Bauhaus-Elementen wurden für das architektonische Profil Tel Avivs bestimmend. Seit 2003 gehört das Zentrum der Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe.

“Heimat heißt für mich auch zu kritisieren, was ich zu kritisieren habe“ – so beschreibt Anita Haviv-Horiner ihre Beziehung zum heutigen Israel. 1960 in Wien als Tochter von Holocaustüberlebenden geboren, ist die freiberufliche Bildungsexpertin und Publizistin mit 19 Jahren nach Israel ausgewandert. Ihr Vater stammte aus Rumänien, ihre Mutter aus Ungarn. Sie wählte Israel zur neuen und endgültigen Heimat.

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