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Mozarts Requiem in der Nationalbibliothek

Eine Gruppe von Ö1 Club-Mitgliedern war am 18. 4. zu einer Expertenführung außerhalb der Öffnungszeiten eingeladen: Nach einer Einführung in die Geschichte der Bibliothek und die Musiksammlung anhand ausgewählter Stationen in der Jubiläumsausstellung präsentierte Thomas Leibnitz, Direktor der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, das "Objekt des Monats" – die Originalmusikhandschrift von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem.

2018 begeht die Österreichische Nationalbibliothek ihr 650-Jahr-Jubiläum. Sie ist damit eine der ältesten und bedeutendsten Bibliotheken der Welt. Im Jahr 1368 wurde das Evangeliar des Johannes von Troppau fertiggestellt, das heute als Gründungscodex der Bibliothek gilt. Die Handschrift ist ein zentrales Objekt in der großen Jubiläumsausstellung "Schatzkammer des Wissens". Diese lädt im Prunksaal zu einer Reise durch 650 Jahre Kultur und Bibliotheksgeschichte ein (bis 13.1.2019).

170 Objekte

Die Ausstellung im Prunksaal umfasst mehr als 170 Objekte der Bibliothek, darunter Prachthandschriften, seltene Frühdrucke und Musiknoten, kostbare Landkarten, Fotos und Grafiken. Sie führt von den Anfängen der kaiserlichen Hofbibliothek über die Nationalbibliothek der Ersten Republik und die dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs bis in die unmittelbare Gegenwart und ist so zugleich ein Rundgang durch die Geschichte Österreichs. Durch die Ende des 19. Jahrhunderts in die Bibliothek aufgenommene Papyrussammlung Erzherzog Rainers ist die Schau auch ein Streifzug durch die Mediengeschichte, die vor über 3.000 Jahren im Ägypten der Pharaonen beginnt und mit einem Blick in die digitale Zukunft des Wissens endet. Begleitet wird die Jubiläumsausstellung das ganze Jahr hindurch von der Veranstaltungsreihe "Objekt des Monats": Zwölf Präsentationen von Expert/innen des Hauses bringen jene Kostbarkeiten näher, die aus konservatorischen Gründen nur höchst selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken und daher nur für jeweils einen Monat im Prunksaal zu sehen sind. Neben Mozarts Requiem gehören dazu die berühmte Gutenberg-Bibel, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählende antike Straßenkarte Tabula Peutingeriana, das fragile Typoskript von Ingeborg Bachmanns Gedicht Böhmen liegt am Meer und – wie bereits erwähnt – das Evangeliar des Johannes von Troppau. Ganz in Gold geschrieben, mit aufwendigem Bildschmuck versehen und von einem Prachteinband umgeben, zählt diese Handschrift mit insgesamt 189 Pergamentblättern, die alle vier Evangelien des Neuen Testaments versammeln, zu den wertvollsten Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek.

Open House

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung heißt es am 6.5. "Open House": Alle Standorte der Österreichischen Nationalbibliothek – die Lesesäle am Heldenplatz sowie alle musealen Bereiche – bieten bei freiem Eintritt einen Blick hinter die Kulissen der größten Bibliothek des Landes. Zudem gibt es eine Lesung mit der Schauspielerin und Autorin Ulrike Beimpold, Themenführungen und ein umfangreiches Kinderprogramm. Unter dem Titel "Die Bibliothek im Film" zeigt die Österreichische Nationalbibliothek in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria vom 7. bis 17. 6. außerdem elf Filme, in denen Bücher und Bibliotheken eine wichtige Rolle spielen.

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