Artikel zu CD des Tages
Paradiesvögel
Christina Pluhars schillerndes Südamerika Projekt
Südamerikanische Volksmusik mit barocken und traditionellen Instrumenten gespielt, von begnadeten Sängerinnen und Sängern interpretiert, hinreißend arrangiert, Musik voller Farben und hoch interessanten Rhythmen, ein Album, das einfach Freude bereitet.
Mirjam Jessa, 10.02.2012
Los Pájeros Perdidos/L’Arpeggiata/Christina Pluhar/Virgin Classics
Nordamerika in der Nussschale
Die Violinsonaten Charles Ives
Eine Gesamtaufnahme der vier Ives-Violinsonaten von einer Interpretin aus der ersten Liga ist so erstaunlich wie verdienstvoll. Die Amerikanerin Hilary Hahn und die ukrainische Pianistin Valentina Lisitsa durchleuchten diese komplexe Komposition, bringen Zusammenhänge ans Licht und sind mit solcher Freude bei der Sache, dass man ihnen gerne versucht zu folgen.
Mirjam Jessa, 09.02.2012
Ives/Violinsonaten/Hahn/Lisitsa/DG
Jede einzelne Note!
Bahnbrechende Sibelius-Gesamtedition
Das seit 25 Jahren angestrebte Ziel ist erreicht: jede einzelne komponierte Note von Sibelius aufzunehmen und das in erstklassigen Interpretationen – gut 80 Stunden Musik.
Mirjam Jessa, 08.02.2012
The Sibelius Edition / The Symphonies / Vänskä / Lahti Symphony Orchestra /BIS
Die Hintertür zum Paradies
Miklos Perenyis superbes Solo-CD-Debüt
Kaum zu glauben, dass der Cellist mit fast Mitte 60 sein erstes Soloalbum einspielt. Allerdings hat der ehemalige Casals- und Mainardi-Schüler nun die anstrengungslose Anmut im Spiel erreicht, die ideale Balance von Herz, Hirn und Körper, die nach Kleist der erreicht, der die Reise um die Welt gemacht hat, um gleichsam durch die Hintertür ins Paradies zu gelangen. Die Sonaten Brittens, Bachs und Ligetis, beziehungsvoll miteinander verbunden, das ideale natürliche Klangbild und Perenyis gelassene Meisterschaft machen diese CD zu einem ganz großen Wurf.
Mirjam Jessa, 07.02.2012
Britten/Bach/Ligeti/Perenyi/ECM
Telemanns Kammermusik auf der Weltbühne
Ein fulminantes Debüt
Don Quijote, Gulliver, Xantippe, Lucretia und Dido – Telemanns Charakterstudien voll Witz, Ironie und oft auch tieferer Bedeutung stellen „Les Esprits Animaux“ so lebendig auf die Bühne, dass man sie vor sich sieht: die quirligen Bewohner Liliputs ebenso wie den klapprigen Gaul Rosinante. Dieses CD-Debüt Studierender des Königlichen Konservatoriums Den Haag ist fulminant, Interpretation und Zusammenstellung des Albums: ein Glücksfall.
Mirjam Jessa, 06.02.2012
Telemann / Les Esprits Animaux / Ambronay
Der Landmann
Frisches aus dem 15. Jahrhundert
Alexander Agricola – einer der bedeutendsten Komponisten und Musiktheoretiker aller Zeiten.
Kaum jemand kennt ihn (mehr). Wer sich die Zeit nimmt, kann in eine 500 jahre alte, jedoch immer noch taufrische Musik eintauchen. Hier nachzuholen, in der zeitlosen Version der Gamben-Band Fretwork.
Albert Hosp, 03.02.2012
Agricola. Fretwork. Harmonia Mundi.
Weniger ist mehr
Gershwin historisch und exquisit aufgenommen
Antal Dorati, der ungarische Meister der Eleganz, nähert sich Gershwin tatsächlich so, als wär's heute. Insofern ist der Titel der CD-Serie "Living Presence" durchaus richtig. Neben dem Klassiker "American in Paris" hört man hier auch noch den Welthit "Rodeo" von Aaron Copland und Rares von Gunther Schuller, Musik aus jenem Bereich, der, etwas unbeholfen "Symphonic Jazz" genannt wird. Die CD gibt es noch immer. Zu recht.
Albert Hosp, 02.02.2012
Living Presence / Antal Dorati / Gershwin, Copland, Schuller, Bloch / Mercury
Unaussprechlich schön
Chormusik von Vytautas Miskinis
Die Vokal- und hier vor allem die Chorszene im Baltikum bringt immer wieder Musik von spektakulärer Schönheit hervor. Kein Wunder, dass sich auch Spitzenensembles aus Großbritannien damit befassen, und sich auch mutig den Stücken in litauischer Sprache stellen. Die lateinischen Werke wiederum bieten Chormusik-Fans auch den Vergleich mit andren Vertonungen (O sacrum convivium Pater Noster, Ave Maria etc.etc.)
Albert Hosp, 01.02.2012
Time Is Endless / Chormusik von Vytautas Miskinis / Choir of Royal Holloway / Rupert Gough. Hyperion
Seelenreise mit Franz Liszt
Werke für Violoncello und Klavier
Liszts sechs "Consolations", ursprünglich für Klavier Solo gedacht, stehen im Zentrum dieser klangschönen Produktion. Noch zu Liszts Lebzeiten bearbeitete der belgische Cellist Jules de Swert die Werke; die Brüder Pantillon spielen sie hingebungsvoll und ergänzen das Programm u.a. mit Liszts später "Valse Oubliée".
Albert Hosp, 31.01.2012
Franz Liszt / Christophe & Marc Pantillon /Cascavelle
Über den Schwerpunkt
Profil
In Ö1 bis zwei bekommen Sie jeden Tag zur Mittagsstunde einen CD-Tipp serviert, von der Solo-Sonate bis zum symphonischen Gedicht, vom Song bis zum Oratorium, vom Mittelalter bis heute.
Aus dem Ö1 Programm
00:08 Giuseppe Verdi: "Un ballo in maschera"
Mit Leontyne Price (Amelia), Carlo Bergonzi (Riccardo), Robert Merrill (Renato), Shirley Verrett (Ulrica), Reri Grist (Oscar), u. a.; RCA Opernchor, RCA Opernorchester, Dirigent: Erich Leinsdorf (aufgenommen 1966 in Rom)



