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Alf Altendorf über Unwägbarkeiten in Online-Kontaktbörsen
Wenn Sie - so wie ich - in Onlinekontaktbörsen registriert sind, kriegen Sie Post. Zwangsläufig. Hoffentlich. Als Vorspiel Sinn der Sache. Sind Sie ein Mann, haben Sie sich furchtbar interessant gemacht. Alles ausgefüllt. Sind brav andauernd online. Posten in Gästebücher. Schreiben unglaublich spannende Beiträge in Diskussionsforen. Und bekommen hin und wieder Post wie dieses Mail. Frauen analysieren ihre Texte.
Sind Sie Frau, haben Sie es einfacher. Sie registrieren sich. Schreiben "weiblich" ins zuständige Formularfeld. Kriegen augenblicklich Mails, Chateinladungen, Partyhinweise. Dabei haben Sie noch nicht einmal die Rubrik "Über Mich" ausgefüllt. Vergessen Sie es. Männer lesen nicht.

Umgekehrt können Sie nie sicher sein. Liese zum Beispiel hat unaufgefordert weder Ihre primären und sekundären Geschlechtsteile beschrieben noch als Bild attached. Männer hingegen verschicken diese grundsätzlich. Kommentiert.
Ich habe Liese geantwortet. Frauen wollen plaudern, Männer nicht. Zumindest nicht länger. Ich mache Liese klar, dass sie mit mir plaudern kann. Nach dem dritten Mail nur am Telefon. Bedingung.
Sie hat mich angerufen. Auf meinem nicht registrierten Wertkarten-Mobiltelefon, das ich mir extra für solche Gespräche zugelegt hatte, nachdem mich kürzlich der erboste Ehegatte eines Dates auf meinem Businesshandy anrief. Und mitteilte, dass er genau wisse, wo ich wohne. Google sei Dank.
Seitdem bin ich vorsichtiger geworden. Denn Blind Dates sind gefährlich - beruflich, gesundheitlich, familiär. Nicht für Sie, sondern für Ihr Date. Die statistische Häufung "plötzlicher Todesfall von Oma/ Elternteil/ bester Freund", Epidemien wie "Grippe, Keuchhusten, Mumps", Jobkatastrophen wie "Auslandsversetzung, Dauermeeting" bis zu "Autopannen aller Art " ist bemerkenswert.
Erschrecken Sie also nicht, wenn ihre Partnerhoffnung verunglückt oder von Seuchen dahingerafft wird.
Liese musste nur ins Waldviertel. Zu Ihrem kranken Onkel.
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