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Ritchie Pettauer über eine Datenbank für den Heimbedarf
Die Systemtheorie stammt ursprünglich aus der Naturwissenschaft, entwickelte sich aber rasch zu einem interdisziplinären Forschungsdiskurs. Während Kybernet(h)iker wie Heinz von Förster mit ihren Überlegungen zu Regelkreisen in geschlossenen Systemen wesentliche Grundlagen zur Entwicklung der ersten digitalen Rechenmaschinen schufen, beschäftigte sich Luhmann mit der Anwendung der Systemlehre auf soziale Phänomene.
Seine Bücher brachten einer ganzen Studentengeneration jenes Analyseinstrument nahe, mit dem Luhmann selbst sogar die Kunst als System beschrieb. Am Computer arbeitete er nie, erklärte Luhmann den Reportern - die analoge Ordnungssystematik zog er dafür genauso stringent durch wie seine elektrische Schreibmaschine ihr Farbband. Erst die konsequente Sammlung und Ablage ermögliche ihm den erforderlichen Überblick, Zitat: "Ich schau dann immer, dass alles wieder an die richtige Stelle reinkommt."

Das Geheimnis von Niklas Luhmanns Produktivität lag, Stichwort für Stichwort sortiert in einer Serie von Zettelkästen.
Einerseits etablierte sich der Computer als neues Leitmedium - und was würde sich besser eignen zur Ablage verstreuter Gedanken, Hinweise und kurzer Erinnerungen als eine einfach zu bedienende Datenbank? Andererseits musste wohl jeder, der bereits nach einer solchen Lösung suchte, feststellen, dass der Markt weit weniger Lösungen hergibt als die große Nachfrage nach einem simplen Informations-Management vermuten ließe.
Professionelle Datenbanklösungen wie Microsofts Access oder ähnliche Kaliber erschlagen den unbedarften Gelegenheitsuser, der bloß eine Alternative zu Karteikarten sucht, mit der Vielfalt ihrer Optionen. Recht beliebt ist die schlanke deutsche Cuecards-Software: bereits die Freeware Version erlaubt die Strukturierung, Pflege, Verwaltung und das Durchsuchen haushaltsüblicher Informationsmengen problemlos.
Wer freilich das angesprochene Ablagesystem Luhmanns, Papier sparend implementiert in Form einer gratis erhältlichen PC-Software, nutzen möchte, der hat nun dank Daniel Lüdecke Gelegenheit, seine diversen Informations-Schnipsel getreu den Prinzipien des Systemtheoretikers abzulegen, zu vernetzen und abzurufen.
Der "elektronische Zettelkasten für den PC" orientiert sich ganz an seinem analogen Vorbild, somit eignet sich die Software besonders, aber keineswegs ausschließlich, für die Archivierung wissenschaftlicher Textstellen. "Die Verwaltung einzelner Passagen und Zitate sowie ihre anschließende Verwendung in eigenen Texten werden durch die Software erheblich vereinfacht", verspricht der Programmierer.
Apple- und Linux-Usern bleibt die digitale Umsetzung des Luhmann'schen Arbeitsprinzips vorerst vorenthalten, Plattformunabhängigkeit ist allerdings für die Zukunft geplant.
Links
Freeware: Elektronischer Zettelkasten
mhst.net - Cuecards
hypercard / asksam
Hypercard gab es nur für den Mac. Asksam war ein höchst praktikabler Ersatz, dessen Schwerpunkt aber mehr dem Prinzip einer "Flatform/Freeform-Datenbank folgte ! Noch auf den IBM PCs, XP und ATs lief die DOS Version von AskSam rasend schnell und ist auch noch heute(!) lauffähig. Tausende Datensätze liessen sich damals in wenigen Minuten importieren; viele Bibliotheken haben u.a. ihre z.T. riesigen Kataloge oder Ihre Verwaltung damit organisiert. Obwohl die Hypertext Funktion limitiert war, wurde mit den Funktionen von AskSam, soweit ich weiß, eine berühmte Affäre entdeckt. Die Hypertext Funktion war nicht das Wesentliche, sondern ein schnelles Datenbanksystem mit einer ziemlich ausg
hypercards
Ich musste beim Schreiben des Artikels auch an Hypercards denken... hat mich sehr gewundert, dass das Produkt damals eingestellt wurde, weil's auf dem Sektor ja wirklich nicht viel gibt; am ehesten brauchbar finde ich Cuecards. Obwohl: im Prinzip ist eh das Internet der neue megagroße-Zettelkasten.
Viel Aufwand für ein bisschen Werbung
Wo kamen Hypercard resp. sein Vorgänger (Namen entfallen, leistete jedoch nach Bericht das gleiche) hin?
hypercard
hatte keinen vorgänger - asksam wird gelegentlich genannt, aber nur von leuten, die hypercard nicht verstanden haben. als produkt wurde hypercard eingestellt, aber die revolutionären ideen und technologien sind heute allgegenwärtig: hyperlinks (www), objektorientierung (alle programmiersprachen seither), volltextindizierung (google). ist aber lustig - ich habe bei diesem artikel auch sofort an hypercard gedacht... gruß rosa
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