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Die Umstellung auf eine umwelt- und sozialverträgliche Lebensweise ist zu Beginn nicht einfach, aber sie zahlt sich aus.
Ethisch korrekt kaufen
Bioprodukte tun Gesundheit und Gewissen gut
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Wirtschaftsjournalistin Tanja Busse über Bioprodukte
Länge: 0:24 min
Für den englischen Journalisten Leo Hickman begann eine schwierige Zeit, als er von seiner Redaktion beauftragt wurde, ein Jahr lang ethisch korrekt zu leben. Denn die Experten, die den Haushalt seiner Familie durchleuchteten, stellten rasch fest, dass die meisten Lebensmittel in Kühlschrank und Vorratskästen weder biologisch angebaut, noch aus der Region stammten, dass die Wasch- und Putzmittel nicht umweltverträglich waren, und dass die Flugreise in den Urlaub ebenfalls die Umwelt belastete.

Nachdem sich die Familie vom ersten Schreck erholt hatte, begann die Umstellung: Beim Einkauf im Supermarkt wurden Produktbeschreibungen und Herkunftsangaben genauestens studiert, und auch sonst beim Konsum nach der sozialen und der Umweltverträglichkeit gefragt. Das große Experiment mit einem anderen, nachhaltigen Lebensstil erwies sich nach dem ersten Schock als voller Erfolg. Selbst der Wanderurlaub in Italien, zu dem die Familie im Zug angereist war, stellte sich am Ende als der erholsamste Urlaub seit langem heraus.

(c) ORF, Schimmer
Auch die Wirtschaft profitiert von fairem Handel.

Wohlbefinden mit gutem Gewissen verbinden
Ethisch korrekt zu kaufen, bedeutet, sich selbst und dem Planeten Erde etwas Gutes zu tun. Das stellen immer mehr Menschen fest. Bioprodukte etwa tun nachweislich nicht nur der Umwelt und den Bauern, sondern auch der eigenen Gesundheit und dem Geschmackssinn gut. Dass die Konsumenten gerne Wohlbefinden und gutes Gewissen verbinden, zeigt sich zum Beispiel am fairen Handel - der ist weltweit auf einer steilen Erfolgskurve nach oben. Kritiker wenden zwar mit Recht ein, dass der faire Handel nur einem kleinen Segment zugute kommt, doch mittlerweile meinen viele, dass der faire Handel das Modell für eine funktionierende globale Wirtschaft von morgen ist.

Dafür müssten allerdings die internationalen Handelsverträge geändert werden. Denn nach Angaben der UNCTAD, der United Nations Conference on Trade and Development aus dem Jahr 2001 verlieren die armen Länder etwa zwei Milliarden US-Dollar täglich aufgrund ungerechter Handelsregeln - 14 Mal soviel wie sie als Entwicklungshilfe bekommen.
Finanzielles Ungleichgewicht
Im Finanzsektor ist dieses Ungleichgewicht deutlich spürbar, denn nur rund acht Millionen Menschen der insgesamt sechs Milliarden Erdenbürger besitzen die unvorstellbare Summe von 30.000 Milliarden Dollar, zitiert die Globalisierungskritikerin Susan George eine Untersuchung der Finanzratingagentur Meryll&Lynch. Und wer nur eine Milliarde Dollar zu einem niedrigen Zinssatz angelegt hat, müsste täglich mehr als 100.000 Euro ausgeben, um nicht reicher zu werden. Wenn man also das globale Ungleichgewicht beheben wolle, sei eine Spekulationssteuer unvermeidlich. Wer sein Geld ethisch korrekt anlegen möchte, muss daher genau schauen, was mit dem Geld passiert.

Ethisch korrekt kaufen bedeutet, genaue Auskunft darüber zu verlangen, woher die Produkte kommen, die man kauft, unter welchen Bedingungen produziert wurde, und wer davon profitiert. Das erscheint auf den ersten Blick schwierig, doch wie Beispiele zeigen, führt ein geändertes Verhalten der Konsumenten zu einer Veränderung der Produkte. Das bedeutet, neue und andere Prioritäten zu setzen - etwa nicht soviel Geld für das Motoröl fürs Auto auszugeben und stattdessen gutes Olivenöl zu erstehen. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt, heißt es - und das gilt auch für ethisch korrektes, nachhaltiges Konsumieren.
Text: Ursula Baatz
Hör-Tipp
Radiokolleg, Montag, 17. September bis Donnerstag 20. September 2007, 9.05 Uhr

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