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Santo Subito
von Eberhard Petschinka
von Eberhard Petschinka
Zehntausend Gläubige unterbrechen im April 2005 die Totenmesse von Johannes Paul II. und skandieren "Santo subito" - sofort heilig! Zwei Monate später wird das Verfahren der Seligsprechung feierlich eröffnet. Es muss nachgewiesen werden, dass Johannes Paul II. nach seinem Tod ein Wunder vollbracht hat. Zahlreiche Zeugnisse von Gläubigen liegen schon vor. Um den Seligsprechungsprozess voranzutreiben, muss - zumindest in Eberhard Petschinkas rasant-surrealistischem Traumspiel - der Schauspieler Roberto Benigni seine Dreharbeiten unterbrechen, um vor der vatikanischen Kongregation seine Geschichte zu erzählen, eine Geschichte, die vielleicht ein potenzielles Wunder birgt.
In seiner überschwänglichen und ausufernden Art berichtet Benigni, dass er eines Nachts aufgefordert wird, im Vatikan zu erscheinen. Damit der Papst nun endlich die ewige Ruhe finden möge, sei er, Benigni, dazu auserkoren worden, am Sterbebett des kranken Papstes den Don Quixote zu spielen. Da der berühmte Schauspieler nicht ohne Sünden und überdies aus der Kirche ausgetreten ist, bedarf es einiger Vorkehrungen: zunächst vor allem der Reinigung, später der nochmaligen Taufe und der Kommunion. Erst danach schlüpft Benigni in sein Kostüm und hilft, wenn auch nicht als Don Quixote, sondern als Spaßmacher Sancho Pansa, Johannes Paul II. aus seinem jetzigen Leben heraus.
Das Gedächtnisprotokoll seiner vatikanischen Erlebnisse gerät dem Komödianten Benigni zum extraordinären Theaterauftritt, und seine Geschichte erreicht mit dem Wunder einer Geburt ihren Höhepunkt und ihre Vollendung, die Kommission ist zufrieden, das Verfahren zur Seligsprechung des Papstes kann zu einem glücklichen Abschluss kommen.
Petschinka ist mit seiner Satire über die letzten Lebenstage von Papst Johannes Paul II. und die Bestrebungen, ihn so rasch wie möglich heilig zu sprechen, ein Werk gelungen, das in einer wohl austarierten Mischung aus "Provokation und Witz" - so das Urteil der international zusammengesetzten Jury, die diese Produktion mit dem "Prix Europa" auszeichnete - auch die etwas weniger gelungenen Auftritte Johannes Pauls II. aufgreift: etwa seinen gemeinsamen Auftritt mit dem chilenischen Diktator und Massenmörder Pinochet auf dessen Balkon, oder auch die stets ablehnenden Stellungnahmen des Papstes zu Themen, denen sich vor allem die südamerikanischen Vertreter der "Theologie der Befreiung" verschrieben hatten (soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Kooperation mit Gewerkschaften, Schuldenpolitik gegenüber den Staaten der Dritten Welt).

Regie: Eberhard Petschinka, Mitwirkende: Barbara Falter, Annett Krake, Olgirt Subolewski, Corinna Waldbauer, Gerd Baltus, Jerry Gerber, Peter Groeger, Wolfgang Grosse, Ernst Jacobi, André Jung, Felix von Manteuffel, Walter Niklaus, und andere
In seiner überschwänglichen und ausufernden Art berichtet Benigni, dass er eines Nachts aufgefordert wird, im Vatikan zu erscheinen. Damit der Papst nun endlich die ewige Ruhe finden möge, sei er, Benigni, dazu auserkoren worden, am Sterbebett des kranken Papstes den Don Quixote zu spielen. Da der berühmte Schauspieler nicht ohne Sünden und überdies aus der Kirche ausgetreten ist, bedarf es einiger Vorkehrungen: zunächst vor allem der Reinigung, später der nochmaligen Taufe und der Kommunion. Erst danach schlüpft Benigni in sein Kostüm und hilft, wenn auch nicht als Don Quixote, sondern als Spaßmacher Sancho Pansa, Johannes Paul II. aus seinem jetzigen Leben heraus.
Das Gedächtnisprotokoll seiner vatikanischen Erlebnisse gerät dem Komödianten Benigni zum extraordinären Theaterauftritt, und seine Geschichte erreicht mit dem Wunder einer Geburt ihren Höhepunkt und ihre Vollendung, die Kommission ist zufrieden, das Verfahren zur Seligsprechung des Papstes kann zu einem glücklichen Abschluss kommen.
Petschinka ist mit seiner Satire über die letzten Lebenstage von Papst Johannes Paul II. und die Bestrebungen, ihn so rasch wie möglich heilig zu sprechen, ein Werk gelungen, das in einer wohl austarierten Mischung aus "Provokation und Witz" - so das Urteil der international zusammengesetzten Jury, die diese Produktion mit dem "Prix Europa" auszeichnete - auch die etwas weniger gelungenen Auftritte Johannes Pauls II. aufgreift: etwa seinen gemeinsamen Auftritt mit dem chilenischen Diktator und Massenmörder Pinochet auf dessen Balkon, oder auch die stets ablehnenden Stellungnahmen des Papstes zu Themen, denen sich vor allem die südamerikanischen Vertreter der "Theologie der Befreiung" verschrieben hatten (soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Kooperation mit Gewerkschaften, Schuldenpolitik gegenüber den Staaten der Dritten Welt).

Regie: Eberhard Petschinka, Mitwirkende: Barbara Falter, Annett Krake, Olgirt Subolewski, Corinna Waldbauer, Gerd Baltus, Jerry Gerber, Peter Groeger, Wolfgang Grosse, Ernst Jacobi, André Jung, Felix von Manteuffel, Walter Niklaus, und andere
Eberhard Petschinka wurde 1953 in Großmugl, Niederösterreich, als ältestes von acht Kindern geboren. Er lebt und arbeitet in Wien als Maler, Schriftsteller und Regisseur. Als Verfasser und Regisseur von Hörspielen wurde er mehrfach ausgezeichnet. An preisgekrönten Hörspielen sind unter anderem "Null Bytes" (Special Commendation beim Prix Futura 1993), "Krok" (gemeinsam mit Helmuth Mössmer, Prix Futura 1995), sowie "Rafael Sanchez erzählt ‚Spiel mir das Lied vom Tod'" (Co-Autor: Rafael Sanchez, ausgezeichnet mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden 1999) zu erwähnen. 2006 errang "Tournante" den 4. Platz beim "Prix Europa", 2007 wurde das vorliegende Hörspiel "Santo Subito" mit dem "Prix Europa" ausgezeichnet.
Mehr dazu in oe1.ORF.at
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