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Was bedeutet Kunst für Sie?
Gegeben Geglaubtes zu hinterfragen, zu transformieren, anders zu interpretieren. Faszination. Passion. Obsession. Kampf. Bedürfnis. Alles und nichts.

Woher kommt Ihre Kreativität?
Genau weiß ich das nicht, aber meine Neugierde ist wohl eine Triebfeder - ebenso wie der Impuls an sich.

Ihr Motto lautet?
Ich habe keines.

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Chrischa Oswald, bildende Kunst
Vielfältige Arbeiten mit Fotografie im Zentrum
"Ich habe zwar als Kind gemalt, war aber nie sehr ambitioniert. Bei mir war es eher das Schreiben. Meine Gedichte waren sehr bildhaft, quasi geschriebene Zeichnungen. Und dann hat sich das Visuelle immer mehr entwickelt. Zuhause war Kunst zwar kein Thema, aber meine Kreativität wurde gefördert.

Nach der Matura habe ich überlegt, was ich weiter mache - zunächst dachte ich an Kunstgeschichte oder Kulturwissenschaften. Aber bald wurde mir klar, dass ich nichts Theoretisches, sondern etwas Praktisches machen wollte.

Zunächst bewarb ich mich an mehreren deutschen Fachhochschulen für Fotodesign, weil mich die Fotografie interessiert. Schließlich empfahl mir ein Freund die Kunst-Uni Linz. Begonnen habe ich hier zunächst mit Mediengestaltung, merkte aber, dass mir diese Richtung zu werbelastig ist. So wechselte ich dann zur experimentellen Gestaltung", erzählt Chrischa Oswald, in Pfarrkirchen/Niederbayern geboren, Jahrgang 1984, die seit Herbst 2005 an der Kunstuniversität Linz bei Andrea van der Straeten und Herbert Lachmayer studiert.

(c) Chrischa M. Oswald
Chrischa Oswald

Ihr Studium in Linz wird die junge Nachwuchskünstlerin voraussichtlich im Sommer 2010 abschließen.
Vielfältiges Oeuvre mit Fotografie im Zentrum
"Ich mache Videos, Installationen, Objekte sowie Interventionen im urbanen Raum. Aber vorwiegend interessiert mich derzeit die Fotografie - sie war ja auch mein Ausgangspunkt und steht für mich im Zentrum", so Chrischa Oswald.

(c) Chrischa M. Oswald
Foto-Serie "C.U. (Reality+)" (Foto-Serie, 2006): "Was macht die 'Realität' zur Realität, wann kippt sie, wann irritiert sie? Ein Pseudo-Futuristisch-Utopistischer Ansatz, ein Entwurf einer Neben-Realität", so Chrischa Oswald.

Schnittstellen zwischen Realität und Absurdität
"Mich interessiert die Irritation, das Absurde. In meinen Arbeiten geht es meist um die Schnittstellen zwischen der Realität und dem Absurden. Ich stelle Sachen des täglichen Lebens in Frage", beschreibt Oswald ihren Zugang.
Bei "F/Stop"-Fotofestival Leipzig
Derzeit zeigt Chrischa Oswald ihre Arbeiten im Rahmen des 2. Internationalen Fotografiefestivals in Leipzig, das am Mittwoch, 16. Juli 2008, startet und bis 20. Juli 2008 dauert.

Davor war Oswald bis Ende Juni 2008 bei der "recyclart" in Brüssel vertreten.

Mehr dazu in Aktuelle Veranstaltungen
Kooperations-Schau der HGB Leipzig
Im Rahmen der Gruppenschau "ich habe nicht genug ihr matten augen", einer Kooperation der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) mit der Kunst-Uni Linz, zeigte Oswald neue Arbeiten in Leipzig.

Die Ausstellung, die von Andrea Pesendorfer, Andrea van der Straeten und Hubert Lobnig kuratiert wurde, war bis 24. Mai 2008 geöffnet.
Bei Ö1 Kurzhörspiel-Bewerb 2008
Und im Februar 2008 war die vielseitige Künstlerin auch in einem ganz anderen Genre vertreten:

Beim Hörspiel "onlove" von Reinhard Gupfinger, das im Rahmen des Ö1 Kurzhörspiel-Wettbewerbs teilnahm, wirkte sie mit. "Herr Gupfinger, der mich kennt und weiß, dass ich auch schreibe, hat angefragt, ob ich bei diesem Hörspiel, das von Beziehungen handelt, mitmache. Es war meine erste Arbeit in dieser Form. Und außerdem war es eine gute Möglichkeit, wie ich meine Texte verarbeiten und in die Öffentlichkeit bringen kann", freut sich Oswald.

Mehr zu "onlove" in oe1.ORF.at

(c) Chrischa M. Oswald
"Being" (im Rahmen der Foto-Serie "Landjugend", 2007): "Es geht um das Jungsein in einer globalisierten Welt, in einer Pfadfinder-Gruppe abseits der Zivilisation. Im Zentrum steht ein wichtiges Thema: das Sein an sich", so Chrischa Oswald.

"Diesel New Art Award 2007" für "Family Bonds"
Für ihre Foto-Serie "Family-Bonds" hat Oswald den "Diesel New Art Award Austria 2007" in der Kategorie Foto erhalten. "Hier geht es auch um ein Wortspiel und zwar den Begriff Familienbande - im Sinn von Fesseln oder einer Gang. Für diese Fotos, die ich mit Selbstauslöser gemacht habe, trägt jedes Familienmitglied ein paillettenbesetztes lila Stirnband. Das ist hier die visuelle Verbindung", so die Künstlerin, die im Vorjahr in der Londoner "Exit Gallery" ihre erste Einzel-Ausstellung hatte.

(c) Chrischa M. Oswald
"Family-Bonds" (Foto-Serie, 2007): "In dieser Arbeit habe ich beide wichtigen Teile meines Lebens - Kunst und Familie - zusammengebracht. Meine Familie in den Bereich der Kunst transportiert, sie 'transformiert' - und sie zur Kunst gemacht."

"Meine Familie würde sonst nie solche Bänder tragen. Aber dass sie es in diesem Fall tut, zeigt auch ihr Vertrauen und ihre Liebe für mich. Also habe ich hier auch etwas Unsichtbares, nämlich ihre Gefühle, eingefangen. Und zugleich habe ich auch zwei wichtige Teile meines Lebens - Familie und Kunst - verbunden."
Video-Performance "Hautnah---t"
In ihrer Video-Arbeit "Hautnah---t" setzt sich Owald mit einer Ursehnsucht des Menschen auseinander: "Das 'Mängelwesen' Mensch kann seit jeher keinem Vogel nachblicken, ohne dabei sehnsüchtig zu werden. Diese Freiheit, den Körper ohne technische Hilfsmittel in die Lüfte zu erheben, bleibt ihm aufgrund seiner Beschaffenheit versagt. Schon in der Mythologie finden wir den Versuch von Daedalus und Ikarus, sich Flügel zu bauen - aber sie bleiben letztlich ein Fremdkörper."

(c) Chrischa M. Oswald
"Hautnah---t" (Video-Performance, 2005/06 - Videostill): "Dieses Projekt ist für mich eine Projektionsfläche einer tiefen menschlichen Sehnsucht", so Chrischa Oswald.

"In einer kurzen Videosequenz zeige ich den Versuch, mir Federn an die Haut anzunähen. Der körperliche Schmerz gegen den seelischen Schmerz. Es ist ein Anfang, zumindest minimal gegen die Flügellosigkeit vorzugehen. Auch wenn der Fortschritt es dem heutigen Menschen ermöglicht zu fliegen, so bleibt doch die Sehnsucht nach der Freiheit. Und in gewisser Weise verhöhnt die Masse und Komplexität des benötigten Materials den Menschen sogar, weil sie im krassen Gegensatz zur Leichtigkeit des Vogelflugs steht."
Mit Leidenschaft und Spaß
Wie lautet der größte berufliche Zukunftswunsch der Nachwuchskünstlerin?

"Ich möchte für meine künstlerische Arbeit immer Leidenschaft aufbringen und auch Spaß an ihr haben. Und natürlich will ich davon auch leben können", so Chrischa Oswald.
Text: Matthias Osiecki
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Ö1 Talentebörse: Kunst

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Christoph Meier, bildende Kunst
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Maximilian Haidacher, Fotografie
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Moira Hille, bildende Kunst
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Marlene Haring, Videokunst
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