Fokus.
Woher kommt ihre Kreativität?
Sie entsteht in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Welt, die mich umgibt.
Wie lautet Ihr Motto?
Ich habe keines.
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Im Fokus die angemessene Form
Durch einen Zufall und durch meine Hartnäckigkeit ergab sich diese Möglichkeit am Münchner Residenztheater. Ich kam zu Regisseur Jarg Pataki, der damals 'Kurzdramen I' von Philippe Minyana inszenierte. Es war eine sehr experimentelle Produktion, und für mich deshalb so interessant, weil ich diese Form des Theaters bis dahin nicht kannte. Ich habe dann noch bei zwei weiteren Pataki-Inszenierungen Assistenz gemacht - es war für mich eine sehr prägende Erfahrung", erzählt Susanne Inkiow, gebürtige Münchnerin, Jahrgang 1981, die seit 2004 am Mozarteum Salzburg Theaterregie studiert.

Susanne Inkiow
"Es war meine bewusste Entscheidung, zunächst weder Theaterwissenschaften noch Regie zu studieren. Denn ich wollte unbedingt meinen Horizont erweitern. Und man kann ja auch über die praktische Theaterarbeit Regisseur werden. Aber letztlich wollte ich das Handwerk erlernen. Und das war gut so – denn ich stellte fest, dass ich keine Ahnung von Schauspielerführung hatte. Heute bin ich über meine Entscheidung sehr glücklich", resümiert Inkiow.
"Man war hier bei der Aufnahmeprüfung sehr respektvoll und hat sich viel Zeit genommen. Und was ich in Österreich schätzen gelernt habe: hier hat Kultur einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland", zeigt sich Inkiow sehr zufrieden mit der Wahl des Mozarteums Salzburg.
"An der Regie fasziniert mich vor allem, dass dieses Gebiet so allumfassend ist. Zunächst beschäftige ich mich mit dem Text und überlege mit dem Dramaturgen, was man macht. Dann kommt der Bühnenbildner, dann die Probenarbeit mit den Schauspielern. Ich bin ja noch am Anfang - und habe großen Respekt vor dieser Arbeit", erläutert Susanne Inkiow ihren Zugang.
Auch am Musiktheater hat sie Interesse: auf diesem Gebiet hat sie 2005 das Stück 'Drei Löffel Zucker im Meer' des jungen Komponisten Marios Joannou Elia im ToiHaus Theater Salzburg inszeniert.
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"Was alle meine Arbeiten durchzieht, ist die Suche nach der Form für das jeweilige Werk. Der Umgang mit dem Raum, dem Körper ist mir sehr wichtig. Mich beschäftigt das Gegeneinadersetzen von sprachlicher und nonverbaler Ebene. Ich finde es am Theater spannend, nicht eine Abbildung von Verhalten zu zeigen, sondern die Überhöhung zu suchen", so Inkiow.

Thomas Freyers "Amoklauf mein Kinderspiel" (Theater Augsburg, 2007): "Auch bei dieser Arbeit habe ich mich mit der Wirkung zwischen sprachlicher und nonverbaler körperlicher Ebene beschäftigt", so Susanne Inkiow zu ihrer Inszenierung.
Seit ihrem Beginn am Theater 2001 konnte die junge Regisseurin bereits vielfältige Erfahrungen im Rahmen von Hospitanzen, Assistenzen sowie bei eigenen Produktionen sammeln.
"Sehr wichtig für mich der Workshop 'Viewpoints' mit einem amerikanischem Dozenten. Dabei erhielt man das Rüstzeug vor allem für die Parameter Raum und Zeit. Dadurch eröffnet sich ein anderer Blick auf die Form. Ich habe mich damals mit Ingeborg Bachmanns 'Der gute Gott von Manhattan' beschäftigt.
Ebenfalls von Bedeutung war für mich die Produktion von Thomas Freyers 'Amoklauf mein Kinderspiel', die ich 2007 für das Theater Augsburg inszeniert habe. Es ging hier darum, komplett zu reduzieren. Der Fokus lag auf den drei Schauspielern - und es hat gut funktioniert. Wir sind heuer mit dem Stück zu den Bayerischen Theatertagen nach Ingolstadt eingeladen", freut sich Inkiow.
Im Dezember 2007 präsentierte Susanne Inkiow mit Goethes "Clavigo" erfolgreich ihre Diplom-Inszenierung im Salzburger Mozarteum.
"Es war außer Shakespeares 'Was Ihr Wollt', das ich als Szenen-Studium erarbeitet habe, mein erster Klassiker. Ausschlaggebend für die Wahl dieses Stücks war für mich Goethes großartige Sprache. Bei vielen modernen Stücken wird zwar viel geredet, aber es passiert nichts. Bei Goethe passiert mit jeder Aussage etwas."

"Clavigo" von J. W .Goethe (Centralkino Salzburg, Universität Mozarteum, Premiere: 13. 12. 2007): "Dieses Trauerspiel Goethes ist für mich ein sehr pures Stück. Denn hier führt Sprache zu Handlung", so Susanne Inkiow zu ihrer Diplom-Inszenierung.
Dass Inkiow die Umsetzung gelungen ist, zeigen die Fakten:
Ihre "Clavigo"-Inszenierung wurde heuer bereits im Jänner und Februar wiederholt und wird im kommenden Mai und Juni nochmals in Salzburg gezeigt. Außerdem wurde die Produktion im Rahmen des Körber Studios Junge Regie von der Hamburger Stiftung eingeladen und ist dort am Mittwoch, 19. März 2008, zu sehen.

"Clavigo" von J. W .Goethe (Centralkino Salzburg, Universität Mozarteum, 2007): "Der Umgang mit dem Raum, dem Körper ist mir sehr wichtig. Das war auch bei diesem Goethe-Klassiker ein wesentlicher Punkt", so Susanne Inkiow.
Derzeit beschäftigt sich die ambitionierte Regisseurin mit "Camp Orpheus", das den Mythos von Orpheus und Eurydike behandelt. Es wurde bereits im Sommer 2007 auf dem Alten Nördlichen Friedhof in München gezeigt und wird heuer in neuer Form präsentiert.
Weiters ist Inkiow auf der Suche nach einem Stück für das Theater Augsburg, wo sie in den nächsten beiden Spielzeiten je zwei Inszenierungen machen wird.
Und wie lauten die beruflichen Zukunftswünsche der erfolgreichen Nachwuchs-Regisseurin?
"Dass ich meine Projekte unter solchen Bedingungen realisieren kann, wie ich sie mir wünsche. Während des Studiums ist es noch ideal, aber in der Praxis sieht es anders aus. Und ich möchte mit einem Team, das ich aufbaue, kontinuierlich arbeiten dürfen. In fernerer Zukunft könnte ich mir vorstellen, selbst ein Theater zu leiten - das wäre eine reizvolle Aufgabe", so Susanne Inkiow.
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Links
Universität Mozarteum Salzburg
Körber Stiftung - Studio Junge Regie
Theater Ingolstadt - 26. Bayerische Theatertage
Bayerische Theaterakademie August Everding
Bayerisches Staatsschauspiel
Thalia Theater
Theater Augsburg
Diana-Marina Fischer, Sopran
Sarantos Zervoulakos, Schauspielregie
Andrejus Kalinovas, Tenor
Raimund Orfeo Voigt, Szenografie
Angela Smigoc, Schauspielerin
Simona Eisinger, Koloratursopran
Martina Mikelic, Altistin
Markus Subramaniam, Schauspieler
Michael Großschädl, Schauspieler
Regina Riel, Sopran
Alexander Meile, Schauspieler
Stefan Leonhardsberger, Schauspieler
Martina Lechner, Musikalisches Unterhaltungstheater
Eva Maria Sommersberg, Schauspielerin
Marie Jung, Schauspielerin
Andrè Schuen, Bassbariton
Steffen Jäger, Regie
Emily Cox, Schauspielerin
Anna Unterberger, Schauspielerin
Theresa Langer, Schauspielerin
Verena Rotky, Bühnengestaltung
Ines Schiller, Schauspielerin
Louisa von Spies, Schauspielerin
Susanne Inkiow, Regie
Anita Götz, Sopran
Katja Lehmann, Regisseurin
Nikoletta Korkos, Tänzerin
Irene Mattausch, Sopran
Sophia Freynhofer, Schauspielerin
Johannes Pölzgutter, Musiktheaterregie
Nanina R. Kotlowski, Tänzerin
Florian Köhler, Schauspieler
Matthäus Schmidlechner, Tenor
Christiane Karg, Sopranistin
Matthias Lier, Schauspieler
Alexander F. Zieglarski, Schauspieler
Barbara Schulte, Theater-Regie
Petra Staduan, Schauspielerin
Anna Maria Nowak, Tänzerin
Nikolaus Barton, Schauspieler
Sirkka Mentlein, Musiktheater-Regie
Hannes Perkmann, Schauspieler
Thomas Frank, Schauspieler
Taylan Memioglu, Tenor
Magdalena Kronschläger, Schauspielerin
Florian Berger, Tanz
Jolene McCleland, Mezzosopran
Bettina Schwarz, Schauspielerin
Barbara Novotny, Schauspielerin
Bryan Rothfuss, Bariton
Peter Gregor Pertusini, Schauspieler
Tania Oppel, Koloratursopran
Anisha Bondy, Musiktheater-Regie
Daniela Keckeis, Schauspielerin
Katharina Knap, Schauspielerin
Rainer Sellmaier, Bühnenbild
Thiemo Strutzenberger, Schauspieler